Vater mehrfach verprügelt: Sohn muss im Gefängnis bleiben

Von: Wolfgang Schumacher
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Symbol Justiz Gericht Richter Prozess stpo Foto: Patrick Seeger/dpa
Das Gericht verurteilte den 28-Jährigen Sohn des Opfers wegen Bedrohung, Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung zu zwei Haftstrafen. Symbolbild: dpa

Aachen/Niederzier. Er habe seinen Vater „regelrecht gehasst“, stellte die 8. Große Strafkammer in ihrer Urteilsbegründung fest und verdonnerte den 28-jährigen Angeklagten Marcus N. aus Niederzier zu zwei Jahren und acht Monaten Haft.

Marcus N. soll seinen seinen bei Tatbeginn im Jahr 2014 schon 63 Jahre alten Vater mehrfach nicht nur in einem fort bedroht, sondern auch bei verschiedenen Gelegenheiten körperlich gezüchtigt und geschlagen habe.

Die Beschimpfungen und Drohungen gegen den Vater habe der Sohn sogar bei dessen Zeugenvernehmung vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Hans Günter Görgen von der Anklagebank aus fortgesetzt, ging Görgen kopfschüttelnd auf die Dreistigkeit des Angeklagten ein. Sowas hätten die Juristen noch nie erlebt, hieß es bei der Verkündung des Urteils im Aachener Landgericht. „Ich habe nur noch Angst vor meinem Sohn“, hatte der Vater im Zeugenstand ausgerufen.

So war in der Anklageschrift formuliert, der Sohn habe den Vater zum ersten Mal 2014 in der Familienwohnung in Niederzier mit einem Messer bedroht und ihm gleichzeitig Schläge angedroht.

Später dann gingen die Auseinandersetzungen munter weiter. Bei einer Gelegenheit am 25. Januar dieses Jahres prügelte der Sohn mit dessen Krücken auf den Vater ein, durch einen Treffer mit dem Hartgummifuß der Gehhilfe trug der Vater eine dicke Lippe davon.

Der Zorn des jungen Mannes war so angsteinflößend, dass sich der Vater zeitweise in einem Heim versteckte. Die Hintergründe der innerfamiliären Fehde konnte auch das Gericht nicht aufklären, nur der abgrundtiefe Hass des Sohnes auf den Vater war offensichtlich.

Die Kammer verurteilte den 28-Jährigen wegen Bedrohung, Beleidigung und gefährlicher Körperverletzung zu zwei Haftstrafen, die insgesamt eine Haftzeit von zwei Jahren und acht Monaten ergaben.

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