Unterschiedliche Vorstellungen über das Kindeswohl

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Kreis Düren. Die weiterführenden Schulen und die Jugendämter in Stadt und Kreis Düren trafen sich im Stiftischen Gymnasium Düren, um ihre Erfahrungen bei der Umsetzung der vereinbarten Zusammenarbeit im Kinderschutz zu besprechen.

Die 80 Verantwortlichen aus Schule und Jugendhilfe waren stolz auf das seit der Auftaktveranstaltung vor vier Jahren Erreichte, nahmen aber noch bestehende Baustellen in den Blick.

Durch die Veranstaltung führte Margret Sieben vom Regionalen Bildungsbüro Kreis Düren. Das Bildungsbüro unterstützt Schulleitungen, Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter bei den Aufgaben, die ihnen das Bundeskinderschutzgesetz vom 1. Januar 2012 zuweist, und hat die Entwicklung von Vereinbarungen zwischen den Jugendämtern und Schulen begleitet.

Helga Jarosch von der Bezirksregierung in Köln wies in ihrem Grußwort für die Untere und Obere Schulaufsicht auf die 36 unterzeichneten Kooperationsverträge hin. Alle neu gegründeten Sekundarschulen und Gesamtschulen im Kreisgebiet sind dazu gekommen.

64 schulische Kräfte aus diesen weiterführenden Schulen haben sich für die neue Aufgabe als „Ansprechperson Kinderschutz für Schulleitung, Kollegium und Jugendämter“ qualifizieren lassen. Gregor Dürbaum, Leiter des Kreisjugendamtes, schloss sich den Worten an und begrüßte die Teilnehmenden auch im Namen seines Kollegen Ansgar Kieven vom Jugendamt der Stadt Düren.

Nachdem Jennifer Vetter, Jugendamt der Stadt Düren, und Thomas Braunsfeld, Gymnasium Haus Overbach, an die abgestimmten Verfahrensabläufe in (Verdachts-)Fällen von Kindeswohl- oder Jugendwohlgefährdung erinnert hatten, gab Georg Kilian-Hütten den Teilnehmern seine „allparteiliche“ Sicht als Diskussionsgrundlage mit in die sieben Arbeitsgruppen.

Er hob den gemeinsamen Wunsch und Auftrag von Schule und Jugendhilfe im Kinderschutz hervor, wies aber auch auf die oft unterschiedlichen Vorstellungen hin, was Kindeswohlgefährdung ist. Letztere machen deutlich, dass ein intensiver Austausch beider Systeme notwendig ist. Er ermunterte die Fachkräfte, sich gegenseitig und ohne Vorwürfe die eigenen Geschichten der Zusammenarbeit zu erzählen, Geschichten mit Problemen, aber auch solche des Gelingens.

Im Mittelpunkt des Nachmittags stand der Austausch der Teilnehmer. Dass sich Jugendhilfe und Schule wertschätzend und auf gleicher Augenhöhe begegneten, wurde in der abschließenden Interviewrunde als deutliche Verbesserung in der Zusammenarbeit gesehen. Die Interviewer Günter Müller vom Schulpsychologischen Dienst und Margret Sieben erfuhren aber auch, dass in Lehrerkonferenzen an die Vereinbarungen mit den Jugendämtern und insbesondere an die Bedeutung der sorgfältigen Dokumentation in Kinderschutzfällen regelmäßig erinnert werden sollte.

Laut Gesetz sind Lehrkräfte und Schulleitungen in der Verantwortung, die Rolle und Aufgabe der Schulsozialarbeit hierbei ist zu klären. Die Empfehlung einer Kinderschutzfortbildung auch für Schulleitungen wurde ausgesprochen. An der guten Zusammenarbeit möchten alle weiterarbeiten. Dazu bieten Jugendämter und Schulen in Stadt und Kreis Düren sich zukünftig gegenseitig Hospitationen an.

Bereits im November beginnt eine weitere Fortbildungsreihe im Kinderschutz. Schulleitungen können „Nachrücker für ausgeschiedene Lehrkräfte“ und „Neueinsteiger“ beim Regionalen Bildungsbüro anmelden. Das Bildungsbüro wird die Entwicklung weiter begleiten, ab 2016 für alle Schulformen.

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