Übergangssystem Schule-Beruf: „Wir sind nicht so schnell wie gedacht“

Von: Stephan Johnen
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Kreis Düren. Das Ziel war klar formuliert: Im Kreis Düren soll möglichst kein Jugendlicher mehr beim Wechsel von der Schule in die Berufswelt stolpern. Das so genannte „Neue Übergangssystem Schule-Beruf“, das die Landesregierung nach Testläufen in mehreren Kommunen landesweit installieren wollte, soll dies garantieren.

Im Februar 2013 haben Landrat Wolfgang Spelthahn und Dr. Wilhelm Schäffer, Staatssekretär im NRW-Arbeitsministerium, eine Vereinbarung unterzeichnet. Der Kreis Düren wollte das „Neue Übergangssystem Schule-Beruf“ einführen. „Seitdem ist nicht mehr viel zu hören gewesen“, sorgt sich Liesel Koschorreck (SPD) um den Fortgang des Projekts.

Berufsorientierung

Die Vorsitzende des Kreis-Sozialausschusses nahm damals an der Unterzeichnung teil. Die Vereinbarung zwischen Kreis und Stadt habe laut Vertrag zunächst nur bis zum 31. Dezember 2013 gegolten, sagt Liesel Koschorreck. „Ich wüsste gerne, ob wir im Kreis Düren gescheitert sind.“

Ziel des Vorhabens ist eine verbindliche, systematische Berufs- und Studienorientierung spätestens ab der achten Klasse für alle Schüler von der Förderschule bis zum Gymnasium. Auf Kreisebene soll dazu eine Koordinierungsstelle „Übergang Schule-Beruf“ eingerichtet werden, die unter anderem im ständigen Kontakt mit Schulen, Schulträgern, Bildungsträgern und weiteren Akteuren wie Arbeitgeberverbänden, der Arbeitsagentur, Integrationsfachdiensten und den Kammern stehen. Es sollte ein „Bildungsnetzwerk“ geknüpft werden, das alle bisherigen Mitspieler auf diesem Feld in die Planungen einbezieht, um Doppelstrukturen zu verhindern. Die Finanzierung wird zu 50 Prozent mit Landesmitteln bezuschusst.

Das „Neue Übergangssystem Schule-Beruf“ umfasst zudem Bausteine wie eine Potenzialanalyse, eine Betreuung der Schüler bei der Berufsorientierung, bei Praktika in Unternehmen oder bei Bildungsträgern während der Schulzeit und eine abschließende Übergangsempfehlung, die Perspektiven für das Berufsleben aufzeigen soll.

„Wir sind in der Tat nicht so schnell wie gedacht, aber es ist kein Schaden entstanden“, erklärt Landrat Wolfgang Spelthahn auf Nachfrage unserer Zeitung. Bis zum 31. Oktober 2013 lief im Kreis Düren das „Regionale Übergangsmanagement“, ein Bundesprojekt, das ähnliche Ziele für den Übergang von der Schule ins Berufsleben verfolgte. „Wir wollten einen nahtlosen Übergang gewähren“, sagt Spelthahn, doch die ins Auge gefassten Mitarbeiter hätten sich „anderweitig orientiert“. Seitdem würden das Schulamt und das Bildungsbüro die Aufgaben einer Koordinierungsstelle übernehmen.

„Gespräche laufen“

„Wir haben neue Mitarbeiter ausgeguckt“, betont Spelthahn. Geplant sei ein zweiköpfiges Team. Der Mitarbeiter, dessen Personalkosten vom Kreis getragen werden, war vorher in der Wirtschaftsförderung tätig, die Mitarbeiterin, die das Land finanziert, arbeite noch bei der Stadt Düren. „Wir stehen in Gesprächen mit der Stadt“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. Bis Mitte April rechnet er mit einem Ergebnis. Eine Förderung in Höhe von rund 63 000 Euro sei bewilligt.

Die Bezirksregierung Köln bestätigte, dass der Förderbescheid bis Ende 2014 gültig ist. Bislang habe der Kreis keine Mittel abgerufen. Es seien aber Fragen zur „weiteren Projektdurchführung“ gestellt worden, die in Bearbeitung sind.

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