Düren - Trio wegen räuberischer Erpressung angeklagt

Trio wegen räuberischer Erpressung angeklagt

Von: gkli
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Die Nachwirkungen eines dubiosen Geldverleihgeschäftes beschäftigen das Dürener Amtsgericht. Symbolfoto: dpa

Düren. Wegen schwerer räuberischer Erpressung müssen sich seit Dienstag drei Männer vor dem Amtsgericht Düren verantworten. Den drei Angeklagten, die im Kreis Düren leben, wird vorgeworfen, einen Mann aus dem Kreis Euskirchen erpresst und mit einer Pistole bedroht zu haben.

Da sich das Trio nicht auf eine Aussage einließ, bat Richterin Christine Pinkpank zunächst um die Aussage des Opfers, das auch als Nebenkläger auftritt. Zudem sollen 16 Zeugen verhört werden.

Das Opfer, ein selbstständiger Unternehmer schilderte, dass er einen der Angeklagten aus einem früheren Arbeitsverhältnis gekannt habe. Auf einer Weihnachtsfeier 2010 habe er dem ehemaligen Mitarbeiter von seinen Steuerschulden in Höhe von 9000 Euro erzählt. Der Angeklagte habe ihm erklärt, dass ein Verwandter Geld verleihe und habe den Kontakt hergestellt. Daraufhin sei ein Darlehensvertrag geschlossen worden, der besagt habe, dass dem Unternehmer 9000 Euro leihweise für einen Monat zur Verfügung gestellt würden und dass 15.000 Euro zurückbezahlt werden müssten.

Als Sicherheit habe der Firmeninhaber dem Geldverleiher zwei Versicherungspolicen mitgegeben. Zwei Wochen später habe sich einer der Angeklagten bei ihm gemeldet und bemängelt, dass die Policen nicht beliehen werden könnten. Am 28. Januar 2011 seien zwei der Angeklagten in seiner Firma aufgetaucht und hätten ihn bei einem Gespräch unter dem Tisch mit einer Pistole bedroht. „Ich hatte Todesangst“, erklärte der Unternehmer. Als Sicherheit hätte einer der Angeklagten einen Arbeitsvertrag gefordert, Laufleistung ein Jahr, mit 1250 Euro Netto pro Monat dotiert.

Auf die Frage der Richterin nach dem Verhältnis zu den Angeklagten bemerkte der Unternehmer: „Wir hatten kein wirkliches Täter-Opfer-Verhältnis, gingen Döner essen.“ Man sei auch friedlich auseinandergegangen und der ehemalige Angestellte sei im Ausland untergetaucht, weil die Mafia angeblich hinter ihm hergewesen sei. Erst 2013 habe er wieder angerufen und erzählt, dass seine Kinder von der Mafia entführt worden seien und er 35.000 Euro benötige. Es sei zu einem Treffen am 8. Februar 2013 in einem Pkw gekommen.

Da der Angeklagte einen verbundenen Arm hatte, habe sich der Unternehmer ans Steuer gesetzt. Plötzlich sei noch ein Mann mit dunkler Mütze auf den Rücksitz geklettert und habe ihm eine kurzläufige Pistole vorgehalten. Der Angeklagte auf dem Beifahrersitz habe geschrien: „Tu was, der bringt uns beide um.“

Als der Zeuge erklärt habe, dass er 35.000 Euro nicht in kurzer Zeit aufbringen könne, sei der Mann mit der Mütze ausgestiegen, um angeblich mit der Mafia zu telefonieren. Die Mitarbeiterinnen des Unternehmers, denen die Geschehnisse aufgefallen waren, hätten nach Aussage des Zeugen die Polizei alarmiert. Am Freitag, 23. Januar, wird der Prozess fortgesetzt.

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