Titzer Widerstand gegen Niederzierer Windrad-Pläne

Von: hfs.
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Titz/Niederzier. Die Art, wie die Gemeinde Niederzier ihre angedachte neue Ausweitung einer Windkraftkonzentrationszone in der Gemarkung Alt-Lich-Steinstraß angeht, löst bei der Gemeinde Titz Kopfschütteln aus.

„Wir können nur vermuten, dass das Planungs- und Genehmigungsverfahren unter Zeitdruck abläuft“, sagte Beigeordneter Christian Canzler während der jüngsten Ratssitzung. Gleichzeitig kündigte er seitens der Gemeinde heftigen Widerstand gegen die Pläne an.

Wie bekannt wurde, plant Niederzier die Erweiterung der jetzt schon vorhandenen Zone an der B 55. So sollen fünf Anlagen mit 180 bis 200 Meter Gesamthöhe und maximal 120 Meter Rotordurchmesser hinzukommen. Was die Titzer besonders aufregt, ist der geringe Mindestabstand, der zum Beispiel zur Ortschaft Bettenhoven lediglich 800 Meter beträgt.

„In einem unserer Ratsbeschlüsse ist ein Mindestabstand zu Siedlungsgebieten mit mindestens 1200 Metern definiert. Dies wurde bei den eigenen Planungen voll umgesetzt. Wir erwarten daher, dass andere Kommunen dies auch berücksichtigen“, meinte Canzler in Richtung Gemeinde Niederzier und kündigte bereits jetzt an, „entschlossenen Widerstand gegen die bestehenden Pläne zu leisten.“

Der Nahverkehrsplan im Kreis Düren wird nicht nur neu aufgestellt, er wird auch stark abgeändert. Bisher noch von zwei Unternehmen betrieben, wird künftig nur noch die Dürener Kreisbahn (DKB) alle Leistungen erbringen. Ausführlich unterrichtet wurde nun der Ausschuss für Bauen, Planen und Wohnen in der Gemeinde Titz. So soll der ÖPNV konkurrenzfähiger werden, damit mehr Menschen vom Auto in Bahn und Busse umsteigen.

Hierzu sei es notwendig, so das Planungsbüro im Bürgersaal des Rathauses, dass Strecken und Fahrplan-Taktung auf neue Gewerbe- und Wohngebiete angepasst werden müssen. Insbesondere in den ländlichen Kommunen der Region gäbe es Mängel im Angebot. Abhilfe soll die Schaffung eines Schnellbus-Netzes im Kreisgebiet bringen, so zum Beispiel auch zwischen Titz und Jülich, eine der Strecken mit den stärksten Verkehrsströmen im Nordkreis.

Dass im September die dritte Beteiligungsrunde stattfindet, nahm nicht nur der Ausschuss mit Zufriedenheit zur Kenntnis, sondern auch die Ratsmitglieder, deren Sitzung sich anschloss. Denn schließlich, so Bürgermeister Jürgen Frantzen, „können aus der Runde heraus noch Vorschläge, direkt bezogen auf das Gemeindegebiet, in das Konzept eingearbeitet werden.“

Hatte die Titzer CDU zum im März vorgelegten Eckpunktepapier „Strommarkt“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie eine Resolution verfasst – darin werden Bundes- und Landesregierung aufgefordert, einen besonnenen Strukturwandel hinsichtlich des nationalen Klimabeitrags zu betreiben, diesen nicht auf dem Rücken des Rheinischen Reviers auszutragen – reagierte Bündnis 90/Grüne mit einem Alternativvorschlag, aus dem dann, nach reger Diskussion, einige Textzeilen in die CDU-Resolution mit einflossen.

Während alle anderen Fraktionen dem zustimmten, enthielt sich das Bündnis der Stimme, vielleicht auch, weil Fraktionsmitglied Thomas Leßenich zuvor mit der Bemerkung überrascht hatte, „das eine solche Resolution doch keinen, weder auf Bundes- noch Landesebene, interessiere.“

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