Tierschutzverein beklagt Echtpelze in Dürener Geschäften

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Kreis Düren. Viele Kleidungsstücke mit Echtpelzbesatz fand der Dürener Tierschutzverein in den Geschäften der Dürener Innenstadt. Vor allem Kaninchenfell scheint beliebt. Seit Jahren schon kämpfen Tierschützer weltweit gegen das Leiden der Pelztiere.

In Deutschland gebe es Recherchen zufolge noch etwa 30 Pelztierfarmen, berichtet Jürgen Plinz vom Tierschutzverein für den Kreis Düren. „In diesen hält man beispielsweise Nerze in winzigen Drahtkäfigen, bevor sie im Alter von etwa sechs Monaten vergast werden. Auch die Jagd auf Pelztiere erfolgt mit den brutalsten Methoden”, klagt Plinz.

Als Konsequenz der Aufklärungsarbeit durch die Tierschutzorganisationen, seien die Umsätze stark gesunken und in den vergangenen Jahren zahlreiche Pelzfachgeschäfte von der Bildfläche verschwunden. Auch viele Handelsketten hätten Produkte aus Echtfell aus dem Sortiment genommen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, so beklagen die Dürener Tierschützer, suche die Pelzindustrie nach Auswegen.

So würden Pelze aufgrund der fehlenden Kennzeichnungspflicht oftmals unter Tarnnamen auf den Markt gebracht. Bei ihrer Recherche in der Dürener Innenstadt seien die Tierschützer sowohl in exklusiven Geschäften für Ältere als auch in „jungen” Boutiquen auf auffallend viel Echtpelz in Form von Besatz und Accessoires gestoßen. Über diese Hintertür wolle man Pelz-Tragen scheinbar wieder salonfähig machen. Als erschreckend bezeichnet der Tierschutzverein das große Angebot an Kaninchenpelz. Dass es sich hierbei um ein Abfallprodukt der Fleischgewinnung handelt, sei ein Irrglaube.

Traurige Tatsache sei vielmehr, dass auch Kaninchen heute teils schon nur ihrer Felle wegen gezüchtet würden. Die Tierschützer bedauern, mit ihrer Nachfrage bei den besuchten Unternehmen auf wenig Verständnis gestoßen zu sein. „Nur vereinzelt sicherte man uns zu, künftig keine Echtfellprodukte mehr anzubieten”, so Franz Josef Heinrichs, der die Befragungen durchführte. Der Tierschutzverein appelliert deshalb an die Verbraucher, Pelzprodukte ebenso wie Geschäfte, die solche anbieten, zu meiden.
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