Telefonseelsorge hat neue ehrenamtliche Mitstreiter

Von: ch
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Gaben den sechs neuen Ehrenamtlern der Telefonseelsorge Düren-Heinsberg-Jülich beim Einführungsgottesdienst in Merzenich das Geleit: Leiterin Margot Kranz, ihre Stellvertreterin, Pastorin Kirsten Prey, Pfarrer Rolf-Peter Cremer und Superintendent Jens Sannig (von links). Foto: ch

Kreis Düren. Es war in der Nacht nach dem Selbstmord von Fußball-Torwart Robert Enke: Ein ums andere Mal riefen Männer bei der Telefonseelsorge in Düren an und bekannten sich zu ihren Depressionen.

Doch nicht erst seit diesem Tag wissen Leiterin Margot Kranz und ihre Kollegin, Pfarrerin Kirsten Prey, dass sie gebraucht werden: Jeden Tag und jede Nacht vertrauen sich Menschen aus dem Kreisgebiet sowie aus dem Nachbarkreis Heinsberg ihnen und ihren ehrenamtlichen Mitstreitern an.

Jetzt hat das Team Verstärkung bekommen: von vier Frauen und zwei Männern, die mit einem Gottesdienst im evangelischen Gemeindezentrum in Merzenich von Superintendent Jens Sannig und Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Hauptabteilungsleiter für Pastoral beim Generalvikariat des Bistums Aachen, in ihren Dienst eingeführt wurden und den kirchlichen Segen hierzu erhielten.

Ein Jahr lang hatten sich die Ehrenamtler, über zehn Wochenenden verteilt, auf ihre Aufgabe vorbereitet. Dabei wurden die Seelsorger nicht nur in den Feinheiten der Gesprächsführung geschult, sondern erhielten - was Margot Kranz sehr wichtig ist - viel Freiraum, um ihre eigenen Erfahrungen einzubringen und zu reflektieren. Eine wichtige Voraussetzung umreißt Pfarrerin Prey: „Etwas Lebenserfahrung ist nicht schlecht.”

Den Zuschnitt der rund 60 Ehrenamtler umreißt die Pastorin ebenso unmissverständlich: „Das sind sehr verschiedene Leute - und das pflegen wir.” Was ebenfalls wichtig ist: Wer sich bei der Telefonseelsorge engagieren will, muss nicht nur zuhören und mitfühlen können - er oder sie muss auch bereit sein, zur Nachtschicht anzutreten. Von den Qualitäten der „Neuen” ist sie wie die Chefin überzeugt: „Das sind wirklich motivierte Menschen, die sich einsetzen wollen”, lobt Margot Kranz.

Die Telefonseelsorge Düren-Heinsberg-Jülich steht auch für erfolgreich praktizierte Ökumene: Wer in Titz, Übach-Palenberg, Kreuzau oder anderswo die kostenlose Rufnummern 0800/1110111 und 1110222 wählt, nimmt Kontakt auf mit einer Institution, die vom Bistum gemeinsam mit dem Kirchenkreis Jülich getragen wird. Um ihre Zukunft müssen Haupt- und Ehrenamtler nicht bangen: Zwar war 2008 die Zahl der Anrufe mit 19.915 leicht rückläufig. Seelische Krankheit, Probleme in der Partnerschaft und allgemeine Sinnfragen (die bis dato wichtigsten Themen der Anrufer) sorgen jedoch mit Sicherheit dafür, dass dem Team auch in Zukunft die Arbeit nicht ausgehen wird.
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