Teenie-Mütter: Ein falsches Bild im Fernsehen

Von: Sarah Maria Berners
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Blicken auf 493 Gespräche mit 360 Menschen: Die Donum-Vitae-Beraterinnen Ruth Maiß (v.l.). und Petra Müller sowie Beate Nießen, Vorsitzende des Vereins. Foto: smb

Kreis Düren. „Auf einigen Fernsehsendern wird derzeit das Bild erzeugt, dass es verstärkt Teenie-Schwangerschaften gibt“, sagt Petra Müller, Beraterin in der Schwangerschaftskonfliktberatung bei Donum Vitae. „Dieses Bild deckt sich aber nicht mit der Realität.

Weder in Düren, noch im bundesweiten Trend.“ 139 Frauen hat Donum Vitae im vergangenen Jahr im Zuge eines Schwangerschaftskonfliktes beraten. Der meisten davon sind zwischen 22 und 34 Jahren alt. Zwei Unter-14-Jährige und 25 Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren nutzen die Konfliktberatung.

Im Jahresbericht werden 553 Gespräche mit 360 Menschen aufgeführt. Dabei ging es nicht immer um das Thema Abtreibung. „221 Frauen oder Paare hatten Fragen zur Schwangerschaft oder stellten einen Antrag auf die sogenannten Bundesstiftungsmittel, also finanzielle Unterstützung“, erklärt Ruth Maiß.

Hinter einer vermeintlich unpassenden Schwangerschaft stecken fast immer noch andere Konflikte, wie finanzielle Probleme oder sorgen um den Arbeitsplatz. Im vergangenen Jahr sind den Beraterinnen vor allem Zusammenhänge zwischen ungewollten Schwangerschaften und gewalttätigen Beziehungen aufgefallen. „Gerade in der Schwangerschaft brauchen Frauen Sicherheit“, betont Ruth Meiß.

Bekomme ich das Kind? Bleibe ich in einer gewalttätigen Beziehung? Wie kann ich das Kind schützen? Mit diesen Fragen würden sich Frauen auseinander setzen. „Auch gewalttätige Männer sagen, dass sie ein Kind unbedingt wollen, sichern Unterstützung zu“, erzählt Ruth Meiß. Der Schwangerschaftswunsch des Partners werde als Liebe gewertet, als Kompliment.

Letzlich gehe es aber eher um Kontrolle als um wirkliche Unterstützung, beispielsweise indem eine materielle Abhängigkeit der Frau ausgenutzt wird. Außerdem wird mit einem Kind eine lebenslange Verbindung aufgebaut. „Ein missbräuchlicher Partner hat immer wieder die Möglichkeit über Besuche den Konatakt aufzunehmen oder auch Kinder zu manipulieren“, heißt es im Bericht.

Nach den Erfahrungen der Beraterinnen sind nur wenige „missbräuchliche Partner“ bereit, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Häufig ist bei Gewalt die Trennung die einzige Möglichkeit, die gefährliche Situation zu beenden.“ In intensiven Gesprächen würden Frauen in diesen Situationen beraten.

Über die ergebnisoffene Beratungsarbeit, die offen für Frauen aller Konfessionen ist, hinaus hat Donum Vitae an 26 Schulen Informationsveranstaltungen zu den Themen Sexualität und Verhütung veranstaltet und ein Projekt zur Beratung geistig behinderter Menschen in einfacher Sprache vorangetrieben.

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