Tagebaurandgemeinden ziehen an einem Strang

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Die Bürgermeister der vier von Garzweiler II betroffenen Tagebaurandgemeinden arbeiten eng zusammen: (v.l.) Jürgen Frantzen (Titz), Hans Wilhelm Reiners (Mönchengladbach), Harald Zillikens (Jüchen) und Peter Jansen (Erkelenz). Foto: Mengel-Driefert

Erkelenz/Titz/Mönchengladbach. Erkelenz, Jüchen, Mönchengladbach und Titz haben eines gemeinsam: Sie sind von den Auswirkungen des Tagebaus Garzweiler II betroffen. Die vier Tagebaurandgemeinden schlossen sich 2014 zum Informellen Planungsverband zusammen, um mit einer gemeinsamen „regionalen Stimme“ gegen die negativen Folgen des Braunkohleabbaus zu kämpfen und Einfluss auf eine zukunftsgerichtete Entwicklung zu nehmen.

Der Planungsverband beabsichtigt nun, ein gemeinsames Entwicklungskonzept für die Region zu erstellen. Die Projektidee für ein Entwicklungskonzept der Tagebaurandgemeinden reichte der Planungsverband bei der Landesinitiative Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR) ein. Die IRR wählte es als Starterprojekt aus, in Folge wird die Region Modellregion in Nordrhein-Westfalen.

Was passiert konkret? Im Verlauf dieses Jahres wird ein Entwicklungskonzept für die Tagebaufolgelandschaft Garzweiler erarbeitet. Los geht es am 1. Juni in Jüchen. Dort treffen Experten unterschiedlicher Fachgebiete aufeinander und werden sich austauschen. Vorrangig steht die Entwicklung der Region im Hinblick auf landwirtschaftliche, wirtschaftliche, soziale und städtebauliche Aspekte bis zum Jahr 2035 im Fokus.

Im September folgt eine Werkstattwoche, verschiedenen Themenbereiche werden disziplinübergreifend erörtert, die Ergebnisse in einem „Drehbuch“ zusammengefasst.

Neu ist, dass der Planungsprozess über die Grenzen der Bezirksregierungen hinaus geht und von den Kommunen gemeinsam abgestimmt wird. Christian Jürgensmann, Landschaftsarchitekt vom Duisburger Büro Plan B, begleitet das Projekt und sagt: „Es ist mit Abstand die größte Baustelle im Land.“

Alleine die Befüllung des Restsees werde 40 Jahre dauern. Daher werden sich die Planungen zunächst auf einen überschaubaren Horizont konzentrieren. Das sind die nächsten 20 Jahre. Jürgensmann spricht weniger von einem Prozess als von einem „Drehbuch“, das über den genannten Zeitraum hinaus fortgeschrieben werden kann.

Dr. Reimar Molitor von der Region Köln/Bonn e.V., die ebenfalls an dem Prozess beteiligt ist, begrüßt die gemeinsame Initiative, sagt deutlich: „Über Kooperation kann man viel reden, man muss es dann aber auch machen.“

Finanzierung und Ideenfindung

Der Informelle Planungsverband hofft, dass das Entwicklungskonzept auch in den Verfahren der Braunkohlen- und Regionalplanung berücksichtigt wird. Finanziert wird der Prozess vom Land, den beteiligten Kommunen und RWE. Spannend wird es im September, wenn die Ideen für die Region im „Drehbuch“ zusammengefasst werden.

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