Kreis Düren - „Stromsparcheck” hilft einkommensschwachen Haushalten

„Stromsparcheck” hilft einkommensschwachen Haushalten

Von: Stephan Johnen
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Stellten die Bilanz des „Stro
Stellten die Bilanz des „Stromsparchecks” für das Jahr 2011 vor und wagten einen Blick in die Zukunft des Projekts: Jürgen Schulz, Udo Diezel, Karl-Josef Cranen, Norbert Schoeller, Sigrid Heetkamp und Sieghild von Gagern (von links nach rechts). Foto: Johnen

Kreis Düren. Energiekosten fressen leicht das Haushaltsgeld auf. Besonders betroffen sind die Haushalte, in denen ohnehin jeder Cent zweimal umgedreht werden muss.

„Etwa 20 Prozent der Grundsicherung werden für die Energiekosten ausgegeben”, weiß Karl-Josef Cranen, Leiter der Job-com des Kreises Düren.

Aus diesem Grund unterstützt die Job-com auch das Projekt „Stromsparcheck” für einkommensschwache Haushalte. Das Ziel ist es, mit einem Beratungsangebot und konkreten Hilfen den Energieverbrauch zu senken. Damit wird im Fall des Stromverbrauchs der private Geldbeutel entlastet, aber mit Einsparungen bei Wasser und Heizenergie auch der Haushalt des Kreises, der diese Kosten im Rahmen der Transferleistungen übernimmt.

771 Haushalte beraten

Der Deutsche Caritasverband und die Energieagentur haben im Jahr 2009 dieses Projekt bundesweit ins Leben gerufen, Fördermittel gibt es bis Ende des Jahres vom Bundesumweltministerium. Im Kreis Düren setzt der Verein In Via den „Stromsparcheck” um. Seit 2009 bis Ende 2011 haben die eigens für dieses Projekt in Kooperation mit den Stadtwerken Düren (SWD) ausgebildeten Stromsparhelfer 771 Haushalte beraten und 10.000 sogenannte Soforthilfen im Wert von etwa 50.000 Euro installiert.

Soforthilfen, das sind beispielsweise abschaltbare Mehrfachsteckdosen, Sparlampen und Durchlaufbegrenzer für Duschköpfe, berichten Projektleiterin Sigrid Heetkamp und Stromsparberater Udo Diezel. „Was bringen die tollsten Vorschläge, wenn sie nicht umsetzbar sind?”, fügt In-Via-Geschäftsführer Norbert Schoeller hinzu. Da beispielsweise das Geld für einen Kühlschrank der neuesten Generation in den meisten Haushalten nicht vorhanden ist, setze die Beratung oft viele kleine Schritte, die in der Summe zu erheblichen Einsparungen führen können.

„Zehn Euro mehr pro Monat im Portemonnaie sind viel Geld für unsere Klienten”, gibt Schoeller zu bedenken. Die Stromsparpolitik der kleinen Schritte habe aber große Auswirkungen: Hochgerechnet belaufe sich das Einsparpotenzial aller bislang beratenen Haushalte binnen zehn Jahren auf eine Millionen Euro, rechnet Schoeller vor. Geld, das an anderer Stelle gut eingesetzt werden könne.

Die Stromsparhelfer überprüfen bei einem ersten Besuch unter anderem welche Geräte vorhanden sind, welche Gewohnheiten es in Bezug auf den Energieverbrauch gibt und wo es Einsparmöglichkeiten gibt. „Es geht nicht um Kontrolle. Es geht um Hilfe”, verdeutlicht die In-Via-Vorsitzende Sieghild von Gagern. Eine Sensibilisierung fürs Energiesparen sei keine Frage des Einkommens - aber gerade einkommensschwache Haushalte könnten viel eher von einem bewussteren Umgang mit Energie profitieren.

„Oft ist den Leuten gar nicht bewusst, welche Stromfresser es im Haushalt gibt. Der Leerlaufmodus vieler Geräte kostet beispielsweise richtig Geld”, berichtet Udo Diezel von seiner Arbeit. In einem zweiten Schritt rechnen die Berater aus, wie viel Geld ein Haushalt konkret sparen kann.

„Dieses Projekt ist für alle Beteiligten ein Gewinn”, ist Karl-Josef Cranen überzeugt. Mit 9600 Euro förderte die Job-com das Projekt im Jahr 2011, 15.000 Euro sind es in diesem und 20 000 Euro im kommenden Jahr. Geld, das das Amt auf der Ausgabenseite einspart. „Wir erreichen dieses Klientel sonst nicht”, begründet Jürgen Schulz von den Stadtwerken das Engagement des Versorgers.

Die Beratung erfolge auf Augenhöhe. Auf der anderen Seite würden die Stadtwerke auch Kosten für Mahnungen sparen. Die Bundesförderung, die zuletzt 25.000 Euro betrug, läuft Ende des Jahres aus. Die Verantwortlichen bei In Via wollen das Projekt fortführen. Die Job-com hat bereits ihre Unterstützung zugesagt.
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