Kreis Heinsberg - Steinmetze aus der Region gehen jetzt in die Offensive

Steinmetze aus der Region gehen jetzt in die Offensive

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Kreis Heinsberg. Gut 20 Steinmetze und Steinbildhauer aus dem Kammerbezirk Aachen, Heinsberg und Düren berieten bei einer Zusammenkunft über die Aussichten für die kommenden Jahre.

Das sich stark verändernde Verhalten bei Bestattungen sowie geänderte Friedhofssatzungen, aber auch das veränderte Kaufverhalten von Hausbauern stimmen die Handwerksmeister der Region nachdenklich. Viele sehen die Arbeitsplätze in ihren Betrieben gefährdet.

Seit Inkrafttreten des neuen Bestattungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen wandelten sich Bestattungsformen hin zu mehr anonymen oder einfachen Bestattungen mit Einheitsgrabsteinen. Das sei die einhellige Erfahrung aller Steinmetz- und Steinbildhauer der Region.

Dies führe, so Innungsobermeister Karl Goffart, zu einem Rückgang der traditionellen Trauerkultur und so auch der bislang üblichen Grabmale bei neuen Bestattungen. Der Umsatzrückgang bei den traditionellen Grabformen sei enorm. Den Steinmetzen sei es wichtig, dass Politik und Gesellschaft begreifen würden, welchen kulturellen Stellenwert Grab beziehungsweise Grabmal und damit Friedhöfe in der Gesellschaft hätten. Aus diesem Grund wollen sie zukünftig verstärkt in der Öffentlichkeit Nachteile anonymer Bestattungen aufzeigen.

Besonders sorgen sich die Steinmetzmeister auch um die Friedhofsordnungen. Durch „falsche Kalkulationen” würden die Preise für anonyme Bestattungen oder solche in sogenannten Kolumbarien künstlich niedrig gehalten. Die großen Friedhöfe mit enormem Grünflächenanteil müssten weiter betrieben werden. Dies dürfe, so Vizeobermeister Uwe Weiler, nicht weiter durch die überhöhten Gebühren der bislang üblichen Erdbestattung finanziert werden.

Aus diesem Grund wollen die Steinmetze mit ihrem Bundesinnungsverband zukünftig in der Region mehr Aufklärung bei den Ratsmitgliedern der Kommunen betreiben. „Anonyme Bestattungen oder Urnen in Kolumbarien bringen keine Arbeit für Steinmetze oder Friedhofsgärtner. Das hat den ein oder anderen schon zum Aufgeben seines Betriebes gedrängt und wird weiter Arbeitsplätze kosten”, so Weiler. Darüber hinaus müssten die Kommunen ihre Kalkulation der Grabgebühren offen legen, denn an so mancher Stelle habe der Bundesinnungsverband schon erhebliche Fehler entdeckt. Danach sei man sich sicher, dass vielerorts die Wahl- und Reihengräber die anonymen Grabfelder unerlaubt subventionierten.

Aber auch außerhalb des Themas Friedhof machen sich die Steinmetze Sorgen um ihre Zukunft. Mit gemischten Gefühlen sehen viele Meister die Rabattaktionen der Baumärkte und den Preiskampf der Fliesenleger.
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