Stammzellenspender gefunden: Hoffnung für sechsjährige Judith

Von: jan
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Sie sucht immer noch ihren Lebensretter: Judith aus Jülich. Foto: www.helft-judith.de

Düren/Jülich. Hoffnung für die kleine Judith aus Jülich. Für das an Leukämie erkrankte Mädchen gibt es einen Stammzellenspender. Das hat die Familie der Sechsjährigen mitgeteilt.

„Es gibt einen Spender, bei dem zehn von zehn Gewebemerkmalen übereinstimmen. Und er ist bereit, zu spenden“, bestätigte Alwin Markus Bulla, der Arzt aus dem Jülicher Krankenhaus, der zwei Aktionen organisiert hatte, bei denen nach Spendern für Leukämieerkrankte gesucht wurde. Laut Bulla soll die Stammzellentransplantation im Mai erfolgen. Sollte das so kommen, dann hat Judith die Chance auf Leben. Ohne eine Spende habe das Mädchen keine Möglichkeit, groß zu werden. Das erklärte Bulla im Vorfeld der ersten großen Typisierungsaktion.

Auch jetzt bedeutet die Tatsache, dass ein Spender gefunden ist, nicht automatisch, dass die Sechsjährige gerettet ist. Das Risiko, dass sie die Transplantationsprozedur oder die Nachwirkungen nicht übersteht, ist vorhanden. Im Vorfeld der Transplantation wird das Immunsystem des Erkrankten auf Null heruntergefahren, um zu verhindern, dass die neuen Stammzellen abgestoßen werden. Eine einfache Erkältung könnte verheerende Folgen haben. Das Risiko wollen Judith, die schon zum zweiten Mal an Leukämie leidet, und ihre Familie eingehen. Denn das Risiko stellt auch die Chance auf Leben dar.

Die Hilfsbereitschaft für Judith war groß. Bei der Spendenaktion im Februar in Jülich hatten über 2500 Menschen eine Gewebeprobe abgegeben. Im Forschungszentrum hatte es tags zuvor eine Aktion mit 600 Teilnehmern gegeben. Und am vergangenen Wochenende in Düren waren erneut über 600 Menschen gekommen, um sich typisieren zu lassen. „Statistisch wird ein Prozent aller Typisierten später zu Stammzellenspendern“, erklärte Jennifer Andersen als Sprecherin der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), die die Aktion im Februar in Jülich betreut hatte. „Die Wahrscheinlichkeit, dass aus dieser Aktion Lebensretter hervorgehen, ist hoch.“

Dass Judiths möglicher Lebensretter bei genau dieser Aktion gefunden wurde, gilt als unwahrscheinlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch für den anderen spenden kann, liegt bestenfalls bei 1:20.000. Bisher sei laut Andersen aus der Jülicher Aktion noch kein Spender hervorgegangen. Aus Datenschutzgründen geben die DKMS und andere Organisationen keine Details über Spender bekannt.

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