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Stadtgespräch: Wohin mit dem Jülicher Atommüll?

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Bleibt er oder nicht? Der wohl
Bleibt er oder nicht? Der wohl gefährlichste Müll in Jülich lagert in genau 152 Castor-Behältern. Deren Zukunft ist Thema beim Stadtgespräch am 5. März mit prominenten Gästen im Palmengarten des Technologiezentrums. Foto: Uerlings

Jülich. Man glaubt es kaum, aber: Auch atomare Zwischenlager haben ein „Mindesthaltbarkeitsdatum”. Die Halle auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich hat es in der Hinsicht am 30. Juni 2013 formal hinter sich.

Dieses magische Datum zwingt zum Handeln: Entweder müssen die 152 Castoren mit hochradioaktivem Abfall auf die Piste ins münsterländische Ahaus geschickt werden - oder sie bleiben in Jülich, wenn das hiesige Depot mit den gelben Fässern ertüchtigt oder erneuert worden ist.

Das Thema mit noch völlig offenem Ausgang elektrisiert und polarisiert und ist deshalb unser Diskussionsstoff beim nächsten Stadtgespräch am Montag, 5. März, ab 19.30 Uhr im Technologiezentrum Jülich, Karl-Heinz-Beckurts-Str. 17. Eintritt frei!

Die Gegner der Verlagerung dieser gefährlichen Fracht machen am heutigen Samstag landesweit, aber auch in Jülich mobil und werben massiv gegen die aus ihrer Sicht unsicheren und unverantwortlichen Transporte. Die Befürworter sehen das ganz anders und wollen die für sie unnötige Investition in die ordnungsgemäße Lagerung in Jülich vermeiden.

Sie bilden eine Mehrheit im Aufsichtsrat des Forschungszentrums Jülich, der gegen die Stimmen der Landesvertreter seine Absicht, die Fässer in Ahaus einzulagern, Ende des vergangenen Jahres untermauert hat. Inzwischen scheinen Bundes- und Landesregierung miteinander ins Gespräch zu kommen (lesen Sie dazu auch unseren gestrigen Bericht auf der Politikseite).

Was aber passiert in Jülich, wenn das Zwischenlager entweder „renoviert” oder in einem Neubau doch erhalten bleibt? Womit müssen die Jülicher andererseits rechnen, wenn die Castoren in vielen Einzeltransporten durchs Stadtgebiet rollen und Protest auf sich ziehen?

Das interessiert die Menschen in der Herzogstadt, vor allem gut 4500 Beschäftigte des Forschungszentrums, die in unmittelbarer Umgebung täglich arbeiten, und auch in den direkten Nachbarkommunen.

Beim neunten Stadtgespräch sollen die wichtigsten „Castor”-Fragen gestellt und beantwortet werden. Bei dieser gemeinsamen Veranstaltung des Vereins Stadtmarketing Jülich sowie Jülicher Zeitung und Jülicher Nachrichten gibt sich die Polit-Prominenz aus Bund, Land, Kreis und Stadt die Ehre.

Die drei Bundestagsabgeordneten des Düren-Jülicher Wahlbezirks reisen trotz Plenarwoche in Berlin an: Thomas Rachel (CDU), Dietmar Nietan (SPD) und Oliver Krischer (Bündnis 90/Grüne). Rachel ist zudem als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium die Stimme des Merkel-Kabinetts beim Stadtgespräch.

Wer die Landesregierung in Jülich am 5. März vertritt, entscheidet sich erst kurzfristig; der Nordkreis-Landtagsabgeordnete Josef Wirtz (CDU) ist dabei, ebenso Vertreter aus dem Kreistag, der sich im Dezember mit großer Mehrheit für einen Verbleib des Atommülls in Jülich ausgesprochen hat.

Natürlich fehlt auch der Vorstand des Forschungszentrums Jülich beim Stadtgespräch nicht: Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karsten Beneke nimmt aus Sicht der FZJ-Chefetage zum Thema Stellung, ein Repräsentant der Stadt Jülich zur Sicht der heutigen Zwischenlager-Kommune.

Kurze Statements werden auch von den Spitzen der Jülicher Parteien zu hören sein. Und natürlich kommen auch die außerparlamentarisch organisierten Transportgegner zu Wort: Der Jülicher Siegfried Faust ist Sprecher des Bündnisses „Stop Westcastor”.

Im Palmengarten des Technologiezentrums sind am Montag, 5. März, ab 19.30 Uhr Professor Michael Gramm (Verein Stadtmarketing) und unser Redakteur Volker Uerlings die Moderatoren.
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