SPD Linnich: Flammende Reden beim traditionellen Fischessen

Von: Otto Jonel
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Gute Stimmung beim Politischen Aschermittwoch der SPD im Kreis Düren. Links die Gastgeber vom Ortsverein Linnich Hans-Friedrich Oetjen und Marion Schunck-Zenker, von rechts UB-Chef Dietmar Nietan (MdB) und Peter Münstermann (MdL). Foto: Jonel

Tetz. Viele Genossinnen und Genossen aus dem Kreis Düren haben den Aschermittwoch im Terminkalender dick unterstrichen. Das ist der Tag, an dem üblicherweise im Linnicher Raum zum leckeren Fisch mit Ablästern über den politischen Kontrahenten geladen wird.

Vom Ortsverein Linnich organisiert trafen sich die roten Brüder und Schwestern aus dem Unterbezirk UB Düren diesmal bezeichnenderweise in der Gaststätte „Zum Treffpunkt“ im Linnicher Stadtteil Tetz.

„Schön voll hier!“, machte UB-Vorsitzender Dietmar Nietan (MdB) der Gastgeberin Marion Schunck-Zenker vom SPD-Ortsverein Linnich ein Kompliment angesichts der beachtlichen Zahl von über 50 Parteifreunden im Saal. Ein Zeichen dafür, dass der Politische Aschermittwoch zur „Marke“ gereift ist.

Wie Linnichs Bürgermeisterin Schunck-Zenker und Nietan erklärten, habe man sich bewusst gegen eine Absage entschieden. „Wir sind in Gedanken und mit unserem Mitgefühl bei den Angehörigen der Opfer, den Betroffenen und Helfern“, griff Marion Schunck-Zenker das Zugunglück von Bad Aibling und die Absage vieler „Fischessen“ auf.

Marion Schunck-Zenker nutzte die Gelegenheit, allen Parteifreunden aus deam Ortsverein und dem UB für die tatkräftige Unterstützung ihres Bürgermeisterwahlkampfes zu danken, der mit einem grandiosen Wahlerfolg gekrönt war. Es lägen schwierige Aufgaben und große Herausforderungen vor Linnich und den Kreiskommunen wie die finanzielle Belastung durch die gestiegene Kreisumlage und Unterbringung der Flüchtlinge. Gerade bei der Flüchtlingsproblematik müsse die SPD eindeutig Stellung beziehen, um so mehr, da von AfD-Chefin Frauke Petry der Schusswaffengebrauch bei illegalem Grenzübertritt thematisiert worden war.

Dietmar Nietan griff diesen Gedanken auf und ungewohnt scharf die AfD an. Spätestens jetzt müsse jedem klar sein, „dass die AfD keine Alternative für Deutschland ist, sondern eine rechtsradikale Partei“. Er erwarte, dass die AfD-Angehörigen im Kreis Düren „sich deutlich von ihrer Parteispitze distanzieren. Ansonsten sind sie für mich keine Gesprächspartner mehr.“

Genereller Tenor Nietans war der Appell an die eigene Partei, endlich „Tacheles zu reden“. Etwa, dass die CDU bis zu den Ereignissen in Köln die Verschärfung des Sexualstrafrechts blockiert habe, dass die CDU auf Bundesebene den Stellenabbau bei der Bundespolizei betrieben habe, dass Bundesfinanzminister Schäuble einen Haushaltsüberschuss von 12 Milliarden Euro vermelde, die Kommunen aber nur mit 5 Milliarden Euro zur Bewältigung des Flüchtlingsunterbringung entlastet würden. Nietan; „Die Chance zur Repolitisierung sollte die SPD nutzen und wieder mit den Bürgern reden.“

Auch Landtagsabgeordneter Peter Münstermann wetterte Richtung Berlin: „Das Land NRW muss vier Milliarden Euro für Flüchtlingsaufgaben aufwenden. Der Bund beteiligt sich daran mit 650 Millionen Euro. Das halte ich den Kommunen gegenüber für unverantwortlich.“ Im SPD-regierten Nordrhein-Westfalen, betonte Münstermann, gebe es im Gegensatz zum Bund keinen Stellenabbau bei der Polizei. Vielmehr würde die Zahl der auszubildenden Polizisten in diesem Jahr von 1500 auf 1900 erhöht.

Der Küchengong setzte einen Schlusspunkt unter die flammenden Reden und rief zu dem, was die Parteifreunde mindesten ebenso genossen: Ein erlesenes Büffet aus kalten und warmen Fisch- und Meeresfrüchte-Kreationen.

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