SPD im Kreis Düren nominiert Landtagskandidaten

Von: Stephan Johnen
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Fred Schüller aus Titz (links) und Cem Timirci aus Düren (rechts) sind die Landtagskandidaten der SPD in den Wahlkreisen Düren I und Düren II/Euskirchen II. Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Dietmar Nietan (MdB) gratulierte beiden zur Nominierung. Foto: Stephan Johnen

Kreis Düren. Die Frage, wer für die SPD in den Landtagswahlkampf geht, ist geklärt: Auf einer „doppelten“ Wahlkreiskonferenz sprachen sich die 51 Delegierten des Wahlkreises Düren I und die 53 Delegierten des Wahlkreises Düren II/Euskirchen II für den Polizeivollzugsbeamten Fred Schüller aus Titz beziehungsweise den Dürener Rechtsanwalt Cem Timirci aus.

Die bisherigen Landtagsabgeordneten Peter Münstermann und Liesel Koschorreck hatten bereits vor Monaten angekündigt, für eine weitere Kandidatur nicht mehr zur Verfügung zu stehen. „Wir werden das Ding rocken und einen super Wahlkampf machen“, versprach Schüller den Sozialdemokraten, „das Vertrauen der Wähler in die SPD wieder zurückzuholen“.

Für den Wahlkreis Düren I, der Inden, Langerwehe, Merzenich, Niederzier, Nörvenich, Vettweiß, Aldenhoven, Jülich, Linnich und Titz umfasst, gab es mit Fred Schüller (40 Stimmen) und Adalbert Oblamski aus Niederzier (drei Stimmen) zwei Bewerber. Acht Delegierte enthielten sich bei der Wahl.

Im Wahlkreis Düren II/Euskirchen standen sogar drei Bewerber im Wettbewerb miteinander: Neben Cem Timirci (33 Stimmen) trauten sich Julia Maria Heidbüchel aus Abenden (14 Stimmen) und Thomas Isecke aus Hoven (vier Stimmen) zu, die SPD im kommenden Jahr in den Wahlkampf zu führen. Hier gab es zwei Enthaltungen.

Fred Schüller kündigte in seiner Bewerbungsrede an, die Arbeit von Peter Münstermann fortsetzen zu wollen und sprach von einer Übergabe des Staffelstabes. Als Landtagsabgeordneter wolle sich der 44 Jährige Familienvater schwerpunktmäßig um die Themen Innere Sicherheit, soziale Sicherheit, Infrastruktur und Gemeindefinanzierung kümmern. Auch wolle er sich für neue Gewerbegebiete einsetzen, damit Kommunen angesichts des Strukturwandels ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten haben. Er fordert zur Begleitung des Strukturwandels Fördermittel in Höhe der Zuschüsse, die damals „ins Ruhrgebiet geflossen sind“.

Sein Mitbewerber Adalbert Oblamski, genannt Bert, sprach von einer „Chance für einen Neuanfang“. Als neues Parteimitglied warb er um das Vertrauen der Genossen. Mit seiner Nominierung könne die SPD ein Zeichen setzen, „dass jeder etwas bewegen kann“. Als Schwerpunkte der politischen Arbeit gab der 52-Jährige soziale Gerechtigkeit und den Strukturwandel an.

Der 43 Jahre alte Cem Timirci, der mit seiner Lebensgefährtin seit 14 Jahren in Düren lebt, skizzierte in seiner Rede eine Rückkehr zu einer Politik, die auf „Freiheit, Gleichheit und Solidarität“ fuße. Er wolle helfen, die Gesellschaft gerechter zu machen. Schwerpunkte der Arbeit seien die Stärkung der kommunalen Finanzen, der Strukturwandel, die Förderung des ländlichen Raumes sowie die Tourismusförderung. Als Landtagsabgeordneter wolle er „politischer Dienstleister“ der Menschen sein, Ansprechpartner der Bürger, Vereine und Unternehmen.

Julia Maria Heidbüchel war mit 22 Jahren die jüngste Bewerberin. Die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau, die ein Fernstudium der Politik und Verwaltung aufgenommen hat, warb um das Vertrauen der Delegierten. „Ich habe noch viel zu lernen, aber seien Sie mutig“, sagte Heidbüchel. Die Aufstellung einer jungen Kandidatin sei ein wichtiges Signal in Richtung der jungen Wähler, die sich zunehmend von der Politik nicht verstanden oder repräsentiert fühlten. Politisch wolle sie sich mit den Themen Erhalt der öffentlichen Einrichtungen, Nahverkehr sowie Tourismus beschäftigen. Eine der wichtigsten Aufgaben sei es, den Spagat zwischen Erneuerbaren Energien und der Kohle zu meisten, um Arbeitsplätze zu sichern.

Dritter Bewerber aus dem Südkreis war Thomas Isecke. Der 54 Jahre alte Familienvater ist Beamter und arbeitet in der Dürener Stadtverwaltung. In seiner Rede warnte er davor, dass europaweit „die Rechten auf dem Vormarsch sind“ und die Gefahr bestehe, dass die Demokratie ausgehöhlt werde, der Staat in Frage gestellt werde. Das Augenmerk müsse auf mehr sozialer Gerechtigkeit liegen, wer arbeiten geht, müsse ein auskömmliches Einkommen haben. Als Landtagsabgeordneter hätte er sich auch mit den Themen Bildung, Infrastruktur sowie Finanzausstattung der Kommunen beschäftigt. „Ich bitte euch, bei Eurer Entscheidung auch daran zu denken, welcher Kandidat die meisten Stimmen im Bezirk bekommt“, sagte Isecke. Er sei mit „allen Bevölkerungsschichten im Gespräch“, warb er um das Vertrauen der Delegierten. Die Entscheidungen in beiden Wahlkreisen fielen jeweils im ersten Wahlgang.

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