Sparkasse: Weiter keine Minuszinsen für Privatkunden

Von: Jörg Abels
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Der Sparkassen-Vorstand um (v.l.) Uwe Zimmermann, Dr. Gregor Broschinski und Uwe Willner (sitzend) ist mit dem Jahresergebnis 2016 zufrieden. Foto: Abels
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Der Bauboom hält an. Die Sparkasse Düren vergab 2016 Kredite mit einem Volumen von 540 Millionen Euro, vor allem für Immobilien. Foto: dpa

Kreis Düren. Die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) macht der Sparkasse Düren zu schaffen. Im vergangenen Jahr musste sie im Zinsgeschäft Einbußen von 3,5 Millionen Euro verkraften. 2017 erwartet der Vorstandsvorsitzende Uwe Willner sogar einen Rückgang von sechs Millionen Euro.

Der Jahresüberschuss sank 2016 nicht zuletzt aus diesem Grund von 12,3 (2015) auf 9,7 Millionen Euro, über dessen Verwendung der Verwaltungsrat Ende Juni entscheidet. Im vergangenen Jahr flossen 50 Prozent in die Haushalte von Stadt und Kreis Düren. Mit 1,3 Millionen Euro hat die Sparkasse 2016 Vereine sowie kommunale und soziale Einrichtungen unterstützt.

Willner verweist auch auf die zunehmende Bedeutung von Online-Vergleichsportalen im Kreditgeschäft. „Fast ein Drittel aller Baufinanzierungen wird mittlerweile über diese Plattformen abgewickelt.“ Zwar mischt auch die Sparkasse Düren auf diesem Feld mit, muss dafür aber Gebühren zahlen, was die Marge drückt.

Der Vorstandsvorsitzende spricht daher von einem „zufriedenstellenden Jahresergebnis in einem schwierigen Marktumfeld“. Denn auch 2016 hat die Sparkasse Düren ihr Wachstum fortgesetzt. Die Bilanzsumme wuchs um drei Prozent auf knapp 3,7 Milliarden Euro, das Eigenkapital um 17,5 auf knapp 315 Millionen Euro.

Seit März 2016 muss die Sparkasse – wie alle anderen Geldinstitute – einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parkt. Trotzdem ist weiterhin nicht geplant, diese Minuszinsen an die Privatkunden weiterzureichen, erklärt Vorstandsmitglied Udo Zimmermann. Anders sieht das zum Teil bei institutionellen Anlegern aus. Hier werde genau hingesehen.

Dass Privatkunden weiterhin keine Negativzinsen bezahlen müssen, ist ein Grund für den weiteren Anstieg der Kundeneinlagen, die um knapp 258 Millionen auf 2,914 Milliarden Euro gestiegen sind. Demgegenüber stehen Kredite und Darlehen mit einem Volumen von 2,756 Milliarden Euro (plus 61 Millionen). Allein im vergangenen Jahr hat die Sparkasse Düren Kredite im Volumen von 540 Millionen Euro (2015: 510 Millionen) vergeben, vor allem zum Bau von Immobilien im privaten und gewerblichen Bereich, jedoch kaum für die Anschaffung neuer Maschinen, betont Zimmermann.

Mit Blick auf die vielen Sparer, die bei Zinsen deutlich unter der Inflationsrate (im Februar bei 2,2 Prozent) Geld verlieren, betonen Willner und Zimmermann, dass die eigene Immobilie bei der Altersvorsorge zwar immer noch an erster Stelle stehe, Wertpapiere aber immer wichtiger würden. „Speziell Aktienfonds stellen im Niedrigzinsumfeld eine gute Möglichkeit dar, zu investieren und langfristig Vermögen aufzubauen“, versichert Zimmermann.

„Allerdings sei dies noch lange nicht in allen Köpfen angekommen“, ergänzt Willner und bringt es auf den Punkt: „Sparer vernichten Geld, wenn es auf dem normalen Sparbuch oder Konto bleibt.“ Dem will die Sparkasse mit gezielten Beratungsangeboten entgegenwirken. Denn Aktien gehören aus Sicht des Sparkassenvorstands zu einer langfristigen Altersvorsorge heutzutage dazu.

Die Umstrukturierung des Filialnetzes ist nahezu abgeschlossen, der Bau des neuen Beratungscenters in Niederzier soll nach Mitteilung von Vorstandsmitglied Dr. Gregor Broschinski am 10. April beginnen, Eröffnung spätestens im Frühjahr 2018. Weitere Veränderungen am Filialnetz sind bis 2020 nicht geplant, obwohl immer mehr Kunden die Online-Kanäle und das Anfang 2016 in Betrieb genommene telefonische Dialog-Center der Sparkasse Düren nutzen.

Die Zahl der Mitarbeiter wird im Zuge der bereits umgesetzten Maßnahmen bis Ende 2018 von derzeit 716 (davon 222 in Teilzeit und 56 Auszubildende) um etwa 100 reduziert, sozialverträglich vor allem über Altersteilzeitmodelle und ohne Kündigungen, kündigt Uwe Willner an.

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