Düren - Sonntags-Öffnung: Keine klare Meinung bei Umfrage in Düren

Sonntags-Öffnung: Keine klare Meinung bei Umfrage in Düren

Von: Laura Laermann
Letzte Aktualisierung:
14752764.jpg
An wie vielen Sonntagen sollten die Geschäfte in Düren geöffnet sein? Foto: Archiv

Düren. Nicht menschenleer, aber auch nicht gut besucht – so könnte man die Dürener Innenstadt am Nachmittag beschreiben. Um dem Einzelhandel wieder zu mehr Kaufkraft zu verhelfen, setzt der Einzelhandelsverband Aachen-Düren-Köln auf die vier Sonntage im Jahr, an denen die Geschäfte einer Stadt nach NRW-Gesetz öffnen dürfen.

Verdi dagegen hält nur wenig von dieser Idee und beruft sich auf die ebenfalls gesetzlich vorgegebene Sonntagsruhe. Doch was will eigentlich der Kunde?

„Muss nicht sein“, „Ich brauche es nicht unbedingt“, „Sechs Tage in der Woche reichen zum Einkaufen“, „Angenehm, aber eigentlich nicht nötig.“ Viele Reaktionen der Innenstadtbesucher in Düren tendieren in eine Richtung: Kann man machen, muss man aber nicht. Die Gründe sind vielfältig: Für die einen sind sechs Tage zum Einkaufen schlichtweg genug, andere scheuen die überfüllte Stadt. Viele wollen auch am freien Wochenende einfach nur Zeit mit ihrer Familie verbringen, sich sportlich betätigen oder ruhen.

Für manch einen bedeutet es aber auch Entspannung, am Wochenende stressfrei einkaufen zu gehen. „Oftmals liegen die verkaufsoffenen Sonntage vor Feiertagen. Gerade für Leute, die samstags arbeiten, ist das eine gute Möglichkeit, um Einkäufe zu erledigen“, sagt Stadtbesucherin Kim Freiwald. Doch genauso ist für diejenigen der Sonntag ein wichtiger Ruhetag, meint ein Mann aus Düren, der selbst Geschäftsführer ist und nicht mit seinem Namen genannt werden möchte. Er weist auf die zunehmenden psychischen Erkrankungen wie Burnout hin und sagt deutlich: „Der siebte Tag ist Ruhetag.“

Dabei ist die Sonntagsarbeit freiwillig, wie der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Aachen-Düren-Köln, Jörg Hamel, erklärt. „Viele arbeiten sogar sehr gerne sonntags, da dieser besser vergütet wird und sie auf entspanntere Kunden treffen.“ Wegen der besseren Bezahlung arbeitet auch die Verkäuferin eines Geschäfts, die unerkannt bleiben möchte, gerne sonntags. Doch eigentlich nutze sie ihre Sonntage lieber für Familie, Sport oder zum Faulenzen. Denn: „Auch die langen Öffnungszeiten an den anderen Tagen sind nicht ohne.“

Der stationäre Handel wird vor allem durch den Online-Handel, der 24 Stunden lang geöffnet ist, bedroht. Der Sonntag sei einer der wichtigsten Einkaufstage im Internet, heißt es von einer Initiative für den Einzelhandel „Selbstbestimmter Sonntag“. Das liegt auch an den oftmals günstigeren Preisen: „Ich habe auch mal Medikamente online bestellt, weil es günstiger war“, sagt Albert Tonn aus Kerpen. „Aber wenn man sich im Geschäft beraten lässt, sollte man auch dort einkaufen.“

Nicht nur der Online-Handel, auch die Niederlande stellen in grenznahen Städten einen Konkurrenten dar. Auch manch einen Dürener Kunden zieht es gelegentlich nach Maastricht oder Roermond. „Dort ist es auch sonntags lebendig.“ So viele verkaufsoffene Sonntage wie in den Niederlanden lehnt auch der Einzelhandelsverband Aachen-Düren-Köln ab. Hier scheint man sich mit den Kunden einig zu sein: Vier verkaufsoffene Sonntage sind genug.

„Eine Ausweitung auf mehr Tage wollen wir nicht, aber mehr Rechtssicherheit vom Gesetzgeber“, sagt Hamel.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert