Sonnenschein bleibt Mangelware

Von: kjl
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Trotz warmer Tage zum Monatsende konnte der kühle und wechselhafte Juni-Start nicht ausgeglichen werden. Foto: dapd

Kreis Düren. Der erste Sommermonat des Jahres war wohl für uns alle enttäuschend. Nur die Landwirte hatten Spaß am Pflanzenwachstum. Trotz warmer Tage zum Monatsende konnte der kühle und wechselhafte Start nicht ausgeglichen werden.

Es gab ein ständiges Schaukelwetter zwischen trockenen und nassen Tagen mit Schauern und Gewittern. Der Grund für den unterkühlten Juniauftakt war eine im Sommer nur seltene Anomalie des Jetstreams (Südverschiebung des Starkwindbandes in der Höhe). Als Folge gab es am 5. Juni Sommerschnee im Schwarzwald und Bodenfröste in den Hocheifelmulden des Rurtals.

In allen Höhenlagen betrug die negative Abweichung der Mitteltemperatur 0,5 bis ein Grad (Vossenack Mittel 13,8 Grad und Düren Rurtal 15,9 Grad). Zwei bis drei Sommertage - das war gegenüber dem Normalwert von acht Sommertagen kümmerlich.

Am 28. Juni strömte schwülheiße Luft aus Frankreich in den Eifelraum und trieb sogar in Vossenack die Temperatur auf 27,9 Grad. In den Niederungen erreichten die Thermometer kurz vor dem Halbfinale gegen Italien Werte von 33,4 Grad in Linnich-Gevenich, 33,1 Grad in Düren, 32,3 Grad in Niederzier und 32,4 in Nörvenich. Ein überhitzter Tag den man in jeder Hinsicht schnell vergessen sollte.

Passend zu den Temperaturen blieben auch die Sonnenscheinsummen im Keller stecken. Es wurden verbreitet nur 20 bis 30 Prozent des Normalwertes registriert. Seit 1991 machte die Sonne sich zum Sommerauftakt nicht mehr so rar: In der Heimbacher Tallage waren es 109 Stunden Sonnenschein, in Zülpich nur 128 Stunden, in Düren 152 Stunden, in Kreuzau-Winden 144 Stunden, in Jülich 140 Stunden und in Drove 171 Stunden. Der sonnenscheinärmste Juni bleibt der Juni 1988 mit 104 Stunden in Nörvenich.

Schauen wir noch auf den Niederschlag des Monats. Ab der Monatsmitte häuften sich die Gewitterlagen, so dass die Mengen unterschiedlich verteilt blieben was man an folgenden Summen erkennen kann: Vettweiß 49 Liter pro Quadratmeter, Vlatten 57 Liter, Düren und Winden 64 Liter, Hoven 65 Liter, Hambach 66 Liter, Soller 68 Liter, Obermaubach und Drove 73 Liter, Jülich Forschungszentrum 79 Liter, Linnich-Gevenich 80 Liter, Hergarten und Brandenberg 83 Liter, Schwammenauel 96 Liter und Vossenack 118 Liter. Die maximale Regensumme in einem Gewitter fiel am 29. Juni mit 38 Litern pro Quadratmeter im Raum Zülpich und Sievernich.

Besonders das Unwetter vom 21. Juni hinterließ im Nordkreis an der Grenze zu Düren einen negativen Eindruck. Trotz geringer Regenmengen kam es bei der Gewitterfront zu orkanartigen Windböen mit bis zu 90 Stundenkilometern (gemessen in Füssenich, Hambach und Jülich. Gartenmöbel flogen in Vlatten und Füssenich durch die Luft.

Bis Mitte Juli ist kein beständiges Sommerwetter in Sicht, hoffen wir also auf den Hochsommer. Badewetter wird in der ersten Ferienhälfte die Ausnahme bleiben. Erst am 22. Juli sollen die Sommerwerte wieder 25 Grad erreichen. Nach der Siebenschläfer Regel muss der Luftdruck im Zeitraum vom 6. bis 11. Juli über 1020 hPa liegen, damit der Sommer anhaltende Hochdruckgebiete mit Hitze bilden kann. Leider betrug der Druck in diesem Jahr nur 1012 hPa. Damit bleibt nur die Hoffnung auf einen guten Hochsommer und die große Wende Anfang August, wie im Sommer 1997.
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