Solarturm Jülich ist ein leuchtendes Beispiel

Von: Guido Jansen
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Wolfgang Jung (r.) zeichnete den Solarturm Jülich mit der Klimaplakette aus, die Professor Bernhard Hoffschmidt entgegennahm. Foto: G. Jansen

Jülich. Der Solarturm ist jetzt auch ein Leuchtturm. Im übertragenen Sinn, versteht sich, als Vorbild nämlich. Die Landesinitiative KlimaExpo.NRW zeichnet das solarthermische Kraftwerk aus, in dem Energie gewonnen wird, weil Sonnenstrahlen gebündelt werden.

„Wir nehmen Projekte und Einrichtungen auf, die zeigen, dass das Bemühen um den Klimaschutz wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt“, sagte Wolfgang Jung, der Geschäftsführer der Initiative.

Die Anlage des Deutschen Zen­trums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Jülicher Königskamp ist die 43. Einrichtung in NRW, die die Klimaplakette der Initiative erhält. Und sie ist das zweite DLR-Projekt in Jülich mit dieser Auszeichnung. Das Vorhaben, bis zum kommenden Jahr in unmittelbarer Nachbarschaft zum Solarturm die größte künstliche Sonne der Welt zu bauen, hat die Plakette schon erhalten, bevor es überhaupt gebaut worden ist. Es entsteht für rund sieben Millionen Euro bis zum Ende des kommenden Jahres in Königskamp zwischen dem Turm und dem Technologiezen­trum.

Die Auszeichnung besteht aus der Plakette in Form einer Urkunde, die Jung an Prof. Bernhard Hoffschmidt vom DLR überreichte. Symbolisch hat Hoffschmidt am Mittwoch zudem einen Fußabdruck abgegeben. Damit ist der Solarturm im übertragenen Sinn der 43 von 1000 geplanten Schritten in eine klimafreundlichere Zukunft, die KlimaExpo.NRW gehen will. „Wir wollen mit den Schritten auch eine Leistungsschau sein. Wenn eine solche Technik in einem Industrieland wie NRW entsteht, dann muss sie Vorteile haben – das ist die Denkweise, die wir verbreiten wollen“, sagte Jung.

Er begründete die Aufnahme des Turms in die Schrittfolge unter anderem damit, weil in Jülich klar werde, dass Klimaschutz keine teure Zukunftstechnologie sei, sondern Arbeitsplätze schaffe. Hoffschmidt sagte, dass seit 2011 am Solarturm 20 wissenschaftliche Arbeitsplätze entstanden sind. „Absehbar werden es 30 bis 40 sein.“ Außerdem entstehe mit der Forschung im Königskamp Wissen, das weltweit von Nutzen ist. Hoffschmidt berichtete von einem solarthermischen Kraftwerk, das unlängst in Marokko gebaut worden sei. Ein großer Teil des Wissens und der Bausteine seien aus NRW gekommen.

Großer Wärmespeicher

Viel komplizierte Technik und Forschung stecken im Solarturm, den Grundgedanken kann Hoffschmidt aber mit einfachen Worten erklären: „Er funktioniert wie ein herkömmliches Kraftwerk, aus dem man allerdings die Brennkammer raus nimmt und stattdessen wie mit einer Lupe Sonnenstrahlung konzentriert.“

Die Strahlung wird von den Heliostaten – also den schwenkbaren Spiegeln, die um den Turm herum stehen – auf einen Empfänger oben am Turm projiziert. So entsteht Hitze, die in Energie umgesetzt wird. Für den Fall, dass die Sonne nicht scheint, gibt es einen Wärmespeicher – einen der zwei größten seiner Art weltweit. Er macht fast ein Drittel des Turms aus und enthält keramische Steine, die auf 700 Grad aufgeheizt werden. Bis zu zwei Stunden kann der Turm, der also nicht leuchtet, sondern angestrahlt wird, so versorgt werden.

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