Social Media wird nicht in jeder Kreis-Kommune genutzt

Von: Sonja Essers
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Das Thema Facebook spielt nicht nur bei Privatpersonen und Unternehmen eine wichtige Rolle. Immer mehr Gemeinden und Städte legen sich ebenfalls eine eigene Seite zu – auch im Kreis Düren. Foto: dpa

Kreis Düren. Neue Kommunikationsmedien wie Facebook, Twitter & Co. halten immer öfter Einzug in große Unternehmen. Städte und Gemeinden wollen diesen in nichts nachstehen und legen sich ebenfalls Profile zu. Wie sieht es im Kreis Düren aus? Wie vielen Nutzern gefallen die Seiten und warum sind die Sozialen Netzwerke nicht für jede Kommune eine Option? Ein Überblick.

Vettweiß: Bei Facebook hat sich die Gemeinde im Dezember 2013 angemeldet. „Damals waren wir im Kreis Düren mit die Ersten, die diesen Schritt gewagt haben“, sagt Daniela Martinak-Schroeder, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. „Es wurde viel diskutiert – auch mit anderen Kommunen –, weil doch eine gewisse Angst vor üblen Kommentaren oder einem Shitstorm bestand. Auch heute nutzen ja noch nicht alle Kommunen aus diesem Grund die Sozialen Medien.“

Die Verwaltung war sich allerdings einig, dass man nur auf diesem Wege junge Leute erreichen könne. Mittlerweile hat die Seite 939 „Gefällt-mir-Angaben“ (Stand 26. Januar). Martinak-Schroeder ist zuversichtlich, dass die 1000er Marke bald geknackt wird. „Ich überlege täglich, welche Neuigkeiten, wie am besten gepostet werden. Egal, ob es um geänderte Öffnungszeiten, Straßensperrungen, Beschlüsse oder Veranstaltungen geht. Dazu gehört auch, regelmäßig das Titelbild zu ändern, auch mal Videos zu posten, ein bisschen witzig zu sein, den Bürgern einen Guten Morgen oder eine tolle Karnevalszeit zu wünschen“, erzählt sie.

 

Merzenich: Seit Januar 2016 ist die Facebook-Seite der Gemeinde aktiv. Sie wird von Astrid Kaiser, die in der Stabstelle des Bürgermeisters tätig ist, betreut. 978 „Gefällt-mir-Angaben“ gibt es für das Posten von Veranstaltungen und Servicemeldungen rund um das Gemeindeleben. Auch Informationen aus Politik und Verwaltung werden auf diese Weise mitgeteilt. „In der heutigen Zeit ist die Nutzung von Social Media aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken, und wir möchten die interaktive Kommunikation zwischen den Bürgern und der Gemeinde ermöglichen“, sagt Kaiser. Momentan wird auch die Internetseite Merzenichs überarbeitet.

Kreuzau: Bürgermeister Ingo Eßer steht der Möglichkeit, Soziale Medien wie Facebook für die Öffentlichkeitsarbeit oder als Diskussionsplattform zu nutzen, grundsätzlich positiv gegenüber. „Wiederholt wurden in den vergangenen Jahren die Möglichkeiten zum Einsatz und zur Nutzbarmachung dieses Mediums verwaltungsintern erörtert. Leider stößt die Gemeinde Kreuzau, die keine eigene Pressestelle hat und insofern Öffentlichkeitsarbeit quasi nebenher betreibt, dabei immer wieder an ihre Grenzen der Umsetzbarkeit“, sagt Eßer. Dies betreffe insbesondere das fehlende Personal, das erforderlich sei, um ein solches Medium ernsthaft und nachhaltig zu bedienen. „Damit sind die Überlegungen nicht per se ad acta gelegt, jedoch ist derzeit die Einführung einer gemeindlichen Facebook-Seite nicht realisierbar.“

Nideggen: Ein Facebook-Profil der Stadt ist für Bürgermeister Marco Schmunkamp wichtig. „Die Idee, eine Facebook-Seite zu betreiben kam Ende 2015 von mir, da ich nach meinem Dienstantritt vermehrt darauf angesprochen wurde, ob wir darüber nicht auch informieren können“, sagt er. Die Seite, die momentan 546 „Gefällt-mir-Angaben“ aufweist, sei „existenziell“ und „bürgerfreundlich“. „Wichtig für eine Kommune ist der stetige Austausch mit dem Bürger, der über eine seriöse Kommunikation via Facebook zusätzlich zu den unverzichtbaren persönlichen Gesprächen gewährleistet und gefördert wird. Missverständnisse können schnell erklärt oder sogar vermieden werden“, sagt er.

Heimbach: „Das Thema Facebook, Twitter & Co. steht derzeit bei uns nicht auf der Agenda. Es fehlt schlicht an Personal, um in den Sozialen Medien ständig präsent zu sein“, sagt Heimbachs Bürgermeister Peter Cremer.

Düren: Die Facebook-Seite der Stadt ist erst seit zweieinhalb Monaten online. Fans hat sie trotzdem schon jede Menge – momentan sind es 1527. Gepflegt wird die Seite von Katja Schmitz und Johann Peters. Die Sachbearbeiterin für das Themenfeld Internet ist davon überzeugt, dass eine Verwaltung eine eigene Facebook-Seite braucht. „Das gehört zur digitalen Welt dazu“, sagt sie. Außerdem könne man auf diese Weise schneller mit den Bürgern kommunizieren. Negative Erfahrungen hätten sie bisher noch nicht gemacht. Momentan posten Schmitz und Peters zwei bis dreimal täglich. Ein Fokus soll auf Veranstaltungen liegen. Diese werden momentan gebündelt und sind dann für jeden einsehbar. „Düren hat schließlich viel zu bieten“, sagt Schmitz.

Nörvenich: Eine eigene Seite hat die Gemeinde noch nicht. Dafür ist Bürgermeister Dr. Timo Czech auf Facebook präsent. Darüber teilt er Inhalte der Gemeinde-Webseite. Noch habe man nicht entschieden, ob die Gemeinde ein eigenes Profil erhält. Vorteile gebe es genügend, meint Czech. Problem sei jedoch das nötige Personal. „Es ist nur von Vorteil, wenn man die Seite permanent im Auge behält“, sagt er. Eine Stelle für Öffentlichkeit hat die Gemeinde nicht. Czech meint, dass jedoch auch eine gepflegte Webseite nützlich sein könne: „Wenn man die nicht hat, dann ist man von der digitalen Welt vollkommen abgeschnitten.“

Inden: Die Gemeinde hat noch keine eigene Seite. Das könnte sich allerdings bald ändern. „Derzeit wird ein Internetauftritt über Facebook in Erwägung gezogen“, sagt Bürgermeister Jörn Lange-feld.

Langerwehe: „Seitens der Gemeinde Langerwehe ist es derzeit nicht vorgesehen, eine eigene Facebook-Seite einzurichten“, teilt Ralf Schröder mit.

Hürtgenwald: Seit Juli 2015 ist die Gemeinde bei Facebook aktiv. Stellenausschreibungen und Informationen zu Ratssitzungen und Bauarbeiten werden gepostet. Momentan gibt es 679 „Gefällt-mir-Angaben“. Stefan Grießhaber, der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, pflegt das Profil. Negative Erfahrungen? Bislang nicht. „Es gab schon Bedenken vonseiten der Politik, wie man mit einem eventuellen Shitstorm umgehen könnte. Aber das gehört auch dazu“, sagt er.

Niederzier: Bürgermeister Hermann Heuser hat sich bewusst gegen einen Facebook-Auftritt entschieden, weil er zu personal- und zeitaufwendig, und die Gefahr von Missbrauch in Form von Falschbehauptungen in Kommentaren zu groß sei. „Wir wollen seriös bleiben“, betont Heuser. „Jeder kann über unsere Homepage direkt in Kontakt mit uns treten und erhält spätestens am Folgetag eine Antwort. Die Bürger können mich auch jederzeit persönlich per E-Mail kontaktieren. Ich antworte in der Regel umgehend.“

Kreis Düren: Der Kreis ist nicht nur seit Mai 2014 bei Facebook vertreten, sondern bedient auch andere Portale wie das Netzwerk Xing, den Bilder- und Videodienst Flickr, den Kurznachrichtendienst Twitter und das Video-Portal Youtube. „Für den Kreis Düren ist die Nutzung der Social-Media-Kanäle sehr wichtig. Zum einen, um seinen gewohnt guten Bürgerservice auch auf die Neuen Medien auszuweiten. Zum anderen ist es ein Anliegen, die jüngere Generation über die Neuigkeiten aus dem Kreishaus und dem Kreis Düren zu informieren“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn. Für die Betreuung der Kanäle sind eine Mitarbeiterin des Amtes für technikunterstützte Informationsverarbeitung, Claudia Berschbach, und der Pressesprecher Josef Kreutzer zuständig. „Gefällt-mir-Angaben“: 2254.

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