SEK-Einsatz nach Überfall auf Möbelhaus

Von: Jörg Abels und Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Schwer bewaffnete und maskierte Beamte eines Spezialeinsatzkommandos durchkämmten am Montagabend auf der Suche nach dem zweiten Täter das Möbelhaus an der Veldener Straße. Foto: Jansen
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Schwer bewaffnete und maskierte Beamte eines Spezialeinsatzkommandos durchkämmten am Montagabend auf der Suche nach dem zweiten Täter das Möbelhaus an der Veldener Straße. Foto: Abels
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Auch Polizeihunde kamen zum Einsatz. Foto: Jansen
SEK
Im hinteren Bereich des Möbelhauses warteten Bereitschaftspolizisten auf ihren Einsatz. Foto: Abels

Düren. Spektakulärer Großeinsatz der Polizei am Montagabend in der Nordstadt mit filmreifen Szenen: Kurz nach Ladenschluss um 20 Uhr haben zwei mit Pistolen bewaffnete Männer ein Möbelgeschäft an der Veldener Straße überfallen. Zu dieser Zeit befanden sich nach Polizeiangaben noch fünf Mitarbeiter in dem Gebäude.

Die letzten Kunden hatten das Möbelhaus jedoch bereits verlassen. Die beiden Männer bedrohten die Mitarbeiter, sperrten drei offenbar in ein Büro ein und forderten von den beiden anderen im Kassenbereich die Herausgabe der Tageseinnahmen. Dann flüchteten sie. Nach unbestätigten Angaben sollen sie mehrere Hundert Euro erbeutet haben.

Als die Polizei wenige Minuten später eintraf, war zunächst unklar, ob sich noch ein Täter im Möbelhaus befand. Zeugen hätten lediglich eine Person flüchten sehen, hieß es auf Nachfrage vor Ort. Daraufhin umstellte die Dürener Polizei das Gebäude und forderte Unterstützung an.

Neben Spezialeinsatzkräften wurden gleich mehrere Einheiten der Bereitschaftspolizei aus verschiedenen benachbarten Behörden hinzugerufen. Auch Polizeihunde wurden angefordert, um eine etwaige Spur des Täters aufnehmen zu können. Alles in allem waren am Ende weit mehr als 100 Beamte im Einsatz.

Viele Schaulustige

Bis die angeforderte Unterstützung eintraf, versammelten sich immer mehr Schaulustige rund um den Tatort, offenbar angestachelt von in sozialen Netzwerken kursierenden Gerüchten einer Geiselnahme, die sich zum Glück als falsch herausstellten. Auch auf der Veldener Straße, die während des Einsatzes nicht gesperrt wurde, bremsten immer wieder Autofahrer ab, damit andere Insassen mit Smartphones Schnappschüsse vom Großaufgebot der Polizei machen konnten. Probleme bereiteten die Schaulustigen, die teilweise über vier Stunden am Tatort ausharrten, der Polizei jedoch nicht.

Gegen 23 Uhr begannen die maskierten, schwer bewaffneten und mit schusssicheren Westen ausgerüsteten Spezialeinsatzkräfte mit der Durchsuchung des Möbelhauses. Bis sie jedes mögliche Versteck in den ausgestellten Schränken, Betten und anderen Möbelstücken durchkämmt hatten, vergingen gut zwei Stunden. Als sie sich bis aufs Dach vorgearbeitet hatten war klar, dass sich niemand mehr im Möbelhaus befand und auch dem zweiten Täter unerkannt die Flucht gelungen war. Anschließend rückte erst das achtköpfige Spezialeinsatzkommando ab, danach die Bereitschaftskräfte.

Die Kripo hat Dienstagmorgen im Möbelhaus Spuren gesichert und etwaige Fluchtwege der beiden Täter durchleuchtet. Anschließend konnte das Möbelhaus wieder für die Kunden geöffnet werden. Eine heiße Spur hat sie offenbar noch nicht.

Täterbeschreibung

Nach der Vernehmung der Mitarbeiter und der Zeugen hat die Polizei ihre ursprüngliche Täterbeschreibung noch einmal konkretisiert. Sie spricht jetzt von zwei Tätern, die beide etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß sind und mit osteuropäischem Akzent sprechen. Einer war maskiert und von schlanker Statur.

Der zweite Täter war unmaskiert. Der etwa 45 bis 55 Jahre alte Mann hatte schulterlanges, braunes Haar, einen Schnauzbart und auffällig braune Haut, „wie von einer Sonnenbank gebräunt“, gab Polizeisprecherin Julie Greve die ersten Ergebnisse der Zeugenbefragungen bekannt. Er war mit einer dunklen Lederjacke bekleidet. Hinweise zu den Tätern oder zu verdächtigen Beobachtungen im Umfeld des Tatortes nimmt die Polizei unter dem Notruf Telefon 110 entgegen.

Zwei der fünf Mitarbeiter des Möbelhauses, ein Mann und eine Frau, erlitten bei dem Raubüberfall offenbar einen Schock. Sie mussten am Montagabend mit Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Die drei übrigen Mitarbeiter blieben nach Polizeiangaben unverletzt.

Ob die beiden Täter erst nach Ladenschluss das Gebäude betraten oder ob sie das Möbelhaus schon früher als Kunde getarnt betreten hatten und sich dann einschließen ließen, ist noch unbekannt. Die Ermittlungen dauern an.

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