Seit 60 Jahren frisst sich der „eiserene Bergmann“ durch die Kohle

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Ein Bagger hat Geburtstag: Seit 60 Jahren fördert dieser Koloss aus Stahl Kohle und Abraum. Im Herbst 1991 zog er nach Inden.

Inden. Die Rente mit 60 ist ein Traum vieler Menschen. Doch nur für die wenigsten wird er Wirklichkeit. Auch der Kollege mit der Personalnummer 255 im Tagebau Inden, der am Mittwoch 60 Jahre alt wurde, muss noch warten: Er wird noch bis zum Ende des Tagebaus, also noch gut und gerne 15 Jahre, im Dreischichtbetrieb arbeiten müssen.

Mit dem 5860 Tonnen schweren Schaufelradbagger 255 begann Mitte der 50er Jahre ein wichtiges Kapitel im rheinischen Braunkohlenbergbau. Er ist der erste Bagger der 100.000er Klasse im Revier. Er kann mit den zehn Eimern seines 17,40 Meter hohen Schaufelrads bis zu 110.000 Kubikmeter Abraum oder Tonnen Kohle pro Tag fördern. Bagger 255 ging im damals neu aufzuschließenden Tagebau Fortuna-Garsdorf in Betrieb, dem ersten Tieftagebau im Rheinland.

Das Gerät ist 200 Meter lang und 66 Meter hoch. Es wird von einer vierköpfigen Besatzung bedient. 1976 wurde der Bagger vom Tagebau Fortuna, der längst bis zur Höhe des ursprünglichen Geländes verfüllt und rekultiviert ist, in den damaligen Tagebau Frimmersdorf (heute Garzweiler) überstellt.

Im frühen Herbst 1991 wechselte er erneut den Arbeitsplatz und fuhr auf seinen 18 elektrisch angetriebenen Raupenfahrwerken in aller Ruhe 26,5 Kilometer durchs Jülicher Land in den Tagebau Inden. Dabei überquerte er unter anderem die Autobahn A 61, die Rur, viele Landstraßen und zwei Eisenbahnstrecken. Zehntausende verfolgten seine Reise als Zaungäste.

Äußerlich hat sich der eiserne Bergmann gut gehalten; sein Stahlbau ist unverändert. Den guten Zustand trotz seines pausenlosen Einsatzes bei Wind und Wetter und trotz des Verschleißes durch Sand und Kies verdankt er einer intensiven Instandhaltung. Dafür sind die Kollegen im Tagebau selbst und im Technikzentrum Tagebaue von RWE verantwortlich. Vor fünf Jahren investierte der Konzern acht Millionen Euro unter anderem in ein neues Schaufelrad und in die Elektrik des Gerätes. Bagger 255 ist damit auf dem neuesten Stand der Technik – und gut gerüstet, auch noch die letzten Jahre seiner Karriere im Dienst der Energieversorgung zu arbeiten.

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