Schulentwicklkung: „Müssen deutlich klüger arbeiten”

Von: Stephan Johnen
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Gutachter Wolf Kraemer-Mandeau prognostiziert, dass die Zahl der Grundschulkinder bald wieder steigen wird, während in der Sekundarstufe bald 30 Prozent der Schüler fehlen werden. Foto: dapd

Kreis Düren. Für konkrete Aussagen und Empfehlungen war es noch zu früh, als Gutachter Wolf Kraemer-Mandeau vom Projektbüro Bildung und Region im Kreis-Schulausschusses einen Sachstandsbericht zur Schulentwicklungsplanung lieferte. Es wurden keine Schulschließungen gefordert, aber auch keine Empfehlungen für Umwandlungen einzelner Standorte ausgesprochen.

Der Gutachter hielt sich bedeckt, verwies auf noch fehlende Daten und den derzeit laufenden Analyseprozess. „Die vor Ort in den Kommunen bestehende Erwartungshaltung muss bis zur Vorstellung der Schulentwicklungsplanung erhalten bleiben”, sagte Mandeau. Das Gutachten soll vor den Sommerferien präsentiert werden. Mandeau legte den Politikern nahe, beim Thema Schulentwicklungsplanung die Politik außen vor zu lassen.

„Der Plan darf nicht von ideologischen Barrieren beschädigt werden”, forderte auch Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) und Jens Bröker (SPD) betonte als Vorsitzender des Ausschusses: „Wir dürfen den Plan nicht zerreden, bevor er überhaupt entwickelt ist.” Das Projektbüro Bildung und Region wurde beauftragt, die Schullandschaft im Kreis zu analysieren und Empfehlungen für eine Umgestaltung - oder auch Beibehaltung - der Strukturen zu liefern.

„Wir müssen in Zukunft deutlich klüger arbeiten”, schrieb Gutachter Mandeau den Schulpolitikern ins Stammbuch. Während die Sekundarstufe in den kommenden Jahren Schülerzahlenrückgänge von 30 Prozent verkraften müsse, sei beispielsweise die Talsohle bei den Grundschulen schon in Sicht. „Die Zahlen werden dort wieder ansteigen, wir können schon das Ende einer Entwicklung absehen”, sagte Mandeau.

„Heute muss uns beschäftigen, was in fünf bis zehn Jahren das Richtige ist”, warnte er beispielsweise vor vorschnellen Schulschließungen aus rein finanzpolitischen Gründen. Auffällig sei im Kreis Düren auch die stetig steigende Zahl der Schüler, die in Förderschulen unterrichtet werden. Die Entwicklung laufe gegen die Richtlinien, es sei gefordert, Schüler im Rahmen der Inklusion an Regelschulen zu unterrichten. Mandeau: „Das ist ein Riesenproblem des Kreises.”

Zur Schulplanung gehöre es auch, für die große Zahl der 20- bis 30-Jährigen ein attraktives Lebensumfeld zu schaffen. „Wohnen, Arbeit und Bildung spielen eine Rolle, damit die jüngeren Bürger im weiter im Kreis leben wollen.” Stimme die Attraktivität des Wohnortes, werde auch die Zahl der Schulkinder wieder ansteigen. Die Statistik zeige, dass vor allem junge Frauen in die Oberzentren ziehen. „Ich hoffe, dass die Frauen aus dem Kreis Düren bei der Partnerwahl vor Ort bleiben”, sagte Mandeau. Schon heute gebe es zu viele Männer und zu wenige Frauen im Kreis.

Auf Wunsch des Ausschusses lotete Landrat Wolfgang Spelthahn am Mittwoch mit den Bürgermeistern der Kommunen die Möglichkeiten eine Befragung zum Elternwillen bei der Schulwahl aus, die vom Projektbüro erarbeitet wird. Spelthahn betonte, dass der Kreis den Kommunen nicht das Recht auf Planung und Entwicklung nehmen wolle. Die Schulentwicklungsplanung sei aber die Möglichkeit, kreisweit ein Vorgehen abzustimmen und ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten.
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