Schüler assistieren bei Krimi-Dreh

Von: pp
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Der Schnitt eines Films nimmt viel Zeit in Anspruch. Seminarleiterin Claudia Hoffmann und die Tüftler besprechen jeden Schritt. Foto: pp/Agentur Profi Press

Kreis Düren. Schrille Schreie erschallten unheilvoll aus dem düsteren Kellerarchiv im Dürener Nelly-Pütz-Berufskolleg, gefolgt von einem energischen „Cut“ aus dem Munde von Regisseurin Mary Jane und dem anerkennenden Beifall der umstehenden Film-Crew: Die Mordszene war im Kasten.

Im hinteren Bereich des Flurs schälte sich das „Spurensicherungs-Team“ gerade kichernd in die weißen Ganzkörper-Anzüge, die man am Vorabend noch schnell in der Malerabteilung des örtlichen Baumarkts besorgt hatte. An der Tür stand in der Zwischenzeit dann schon Musiklehrer Stefan Becker bereit, der wenig später in seiner ersten Hauptrolle als „Tatort“-Kommissar definitiv ein Stück Schulgeschichte schreiben sollte.

Die Mitglieder der sechsköpfigen Krimi-Equipe waren begeistert, die Musikklasse von Lehrer Becker auch, denn sie durften spontan den Unterricht ausfallen lassen, um den Filmemachern der dreitägigen Lit.Eifel-Schreib- und Illustrationswerkstatt als Nebendarsteller und Komparsen zu assistieren. Fröhlich kehrte unterdessen die Fantasy-Gruppe von ihren Dreharbeiten in einem „mystischen“ Waldstück zurück. Innerhalb nur eines Workshop-Tages waren unter den Anregungen der Münstereifeler Journalistin Claudia Hoffmann und des Bedburger Illustrators Jan Hillen Plots für sechs Film-Geschichten entstanden und zu Storyboards ausgebaut worden.

Einführungen in die Drehbuchtheorie und die Grundlagen filmischen Erzählens dienten dabei als Sprungbrett für die kreative Ausgestaltung der Ideen. Schnell kristallisierten sich die individuellen Talente heraus: Binnen kürzester Zeit waren die Aufgabengebiete von Kostüm- und Maskenbildner, Kameramann, Cutter, Sound-Engineer und Co. verteilt.

Fleißig konturierten die 40 Schüler der Fachschule für Sozialpädagogik in ihren Skizzenbüchern, den sogenannten „Scribbles“, die groben Entwürfe für ihre Szenen, die in den Drehplänen dann wenig später konkretere Formen annahmen.

Eine verborgene Falltür diente als Ausgangspunkt für die Geschichten. Sie wurde zum Ort für magische Zeitsprünge, führte in schaurige Gewölbe und in die unterirdische Zelle einer Kinderpsychiatrie – am Thriller „Turn Around“ hätten Krimifans ihre wahre Freude gehabt.

Cutter veredeln die Filme

Melanie, Eckbert, Sharline, Hümeyra, Mary und Melanie hatten sich für einen Genre-Mix entschieden. Ihr herrlich schräger „Mash up“, in dem Lukas Podolski zum Bundeskanzler avanciert und Angela Merkel im Gegenzug eine Fußball-Karriere startet, wurde immer skurriler, je mehr Falltüren sich im Laufe der Geschichte öffneten. „Das hat Blockbuster-Potential“, schmunzelten die Zuschauer bei der Premiere, als zum Abschluss des Workshops alle Filme noch einmal über die große Leinwand im Klassenzimmer liefen.

Die Cutter waren hier noch mal zu Höchstform aufgelaufen und veredelten die Werke mit Weich- und Weißblenden, harten Schnitten, Soundtrack, Abspann und Outtakes.

„Wir hätten nie gedacht, dass man so viele Takes machen muss, um ein paar Filmsekunden im Kasten zu haben“, bilanzierten die jungen Filmemacher. „Das Schwierigste war, beim Drehen ernst zu bleiben“, fanden sie. Am Ende wurden dann schnell noch alle Rosenblätter in der Aula eingesammelt, die in der romantischen Komödie von Lisa und Annika das Liebesglück der Protagonisten besiegelt hatten.

„Ihr könnt wirklich sehr stolz auf euch sein“, lobte Seminarleiterin Claudia Hoffmann, „innerhalb von drei Tagen ein fertiges Filmprojekt zu realisieren und dann auch noch mit teilweise komplexem Figureninventar – das kann sich wirklich sehen lassen.“

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