Schon nach kleinen Auffälligkeiten droht die Abschiebung

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Kreis Düren. Wie leben Menschen unter uns, die keine Aufenthaltspapiere für Deutschland besitzen? Mit dieser Frage setzte sich eine Fachtagung im Kreishaus auseinander.

In einem bewegenden Vortag schilderte der Journalist und Buchautor Siegfried Pater die Lebensumstände und Motive dieser Menschen. Sie arbeiten in Privathaushalten, am Bau, in der Landwirtschaft und in vielen anderen Branchen. Die Arbeitgeber profitieren, da sie keine Steuern und keine Sozialabgaben zahlen und die Arbeitnehmer aus Angst, entdeckt zu werden, ihre Rechte nicht einfordern. Kinder trauen sich nicht zur Schule oder in den Kindergarten, es gibt keine Krankenversorgung und keinen Unfall-Schutz. Schon der Gang über die rote Ampel kann zu Entdeckung und Abschiebung führen. Trotzdem treiben wirtschaftliche Not in den Herkunftsländern und die Hoffnung, der Familie das Überleben zu sichern, viele Menschen dazu, sich diesen Lebensbedingungen anzupassen.

Trost und Hilfe

Auch im Kreis Düren werden Beratungsstellen, Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen mit den Problemen dieser Menschen konfrontiert. Vielerorts ist man bereit zu helfen, so gut es eben geht. Es gibt Ärzte, die ehrenamtliche Untersuchungen durchführen, Krankenhäuser müssen in Notfällen immer behandeln, und Schulen müssen nicht nach den Pässen von Kindern und Eltern fragen. Beratungsstellen bemühen sich um Trost und humanitäre Hilfe, geben rechtliche Tipps und Hilfestellungen.

In einem zweiten Vortrag erläuterte Rechtsanwalt Markus Rottmann, Ayslreferent für Amnasty International im Bezirk Düsseldorf, die rechtlichen Grundlagen für den Umgang mit illegal in Deutschland lebenden Menschen und stellte die Möglichkeiten und Grenzen unserer Hilfesysteme vor. Insbesondere interessierte es die Zuhörer, wie das Grundrecht auf Bildung für die Kinder und auf Krankenversorgung sichergestellt werden können. „Die Bundesregierung hat die Rechte Papierloser schon verbessert. Zum Beispiel ist der Gesundheitsschutz ohne Ansehen der Person rechtlich ganz gut geregelt. Leider gilt das nicht für den Bildungsbereich und für den Arbeitsschutz”, so der Referent.

Die Organisatorinnen Nicole Savelsberg (Geschäftsführerin der Gesundheitskonferenz) und Sybille Haußmann (Migrationsbeauftragte des Kreises Düren) sagten am Schluss zu, das Thema weiterhin zu verfolgen.
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