Schoellerstraße: Hydraulikpressen ziehen 500-Tonnen-Brücke

Von: Jörg Abels
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In die enzianblau leuchtende Brücke werden seitlich noch durchsichtige Acrylfenster eingebaut. Foto: Abels
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Um die Brücke über die Gleise ziehen zu können, muss noch eine Hilfsstütze montiert werden. Foto: Abels

Düren. Vor dem heranziehenden Sturm hat die neue Brücke an der Schoellerstraße die Hüllen fallengelassen. Die Monteure haben begonnen, das Zeltgerüst abzubauen. Zum Vorschein gekommen ist die enzianblaue Stahlbrücke, die sich in der Nacht zum Freitag im Schneckentempo in Bewegung setzen wird.

Die rund 500 Tonnen schwere Konstruktion wird komplett mit Hilfe von Hydraulikpressen und am Widerlager befestigten Stahlseilen über die Gleise der Eisenbahnhauptstrecke Köln-Aachen gezogen. Los geht‘s in der Nacht zum Freitag um 1.30 Uhr. „Das Einheben mit Autokränen ist bei einer Brücke dieser Größenordnung nahezu unmöglich“, erklärt Bauleiter Christian Kauba. Ein Vorgang, der normalerweise in einem, maximal zwei Tagen abgeschlossen wäre, müsste das Bauteam nicht Rücksicht auf die Deutsche Bahn nehmen.

Weil die Brücke nicht bei laufendem Bahnverkehr bewegt werden darf, können die Arbeiten nur nachts erfolgen. „Wir haben immer nur ein Zeitfenster von wenigen Stunden“, erklärt Christian Kauba, der dennoch zuversichtlich ist, dass die Brückenkonstruktion spätestens am 31. Oktober morgens um 4 Uhr das nördliche Widerlager erreicht haben wird.

Seitliche Führungen sollen verhindern, dass die Brücke beim Ziehen wegkippt. „Bei Orkanböen müssten wir die Arbeiten natürlich einstellen“, betont der Bauleiter. Doch danach sieht es momentan nicht aus. Ex-Hurrikan Gonzalo soll Deutschland am Mittwoch überqueren, danach soll sich wieder ruhigeres Herbstwetter einstellen.

Für das Manöver wird noch eine Hilfsstütze zwischen den Gleisen errichtet, auf der die Brücke abgelegt werden kann. An der Brücke selbst wurden 13 Meter lange „Vorbauschnäbel“ aus Stahl montiert, die dafür sorgen sollen, dass sich die Brücke beim Verschieben nicht verzieht.

Wenn die Brücke Ende kommender Woche die nördliche Seite erreicht hat, muss sie noch in die Widerlager abgesenkt werden. „Wir befinden uns derzeit noch zweieinhalb Meter über der Solllage“, erklärt Kauba. Und erst wenn die Stabbogenbrücke ihre endgültige Position erreicht hat, kann mit den Fahrbahnarbeiten begonnen werden.

Ernst Gombert, Projektleiter beim Landesbetrieb Straßenbau NRW, will zwei der vier Fahrspuren der neuen Brücke noch vor Weihnachten in Betrieb nehmen, damit die wartungsanfällige und nur sechs Meter breite Behelfsbrücke überflüssig wird.

Bis der Verkehr vierspurig auf der neuen Brücke fließen kann, wird es indes noch länger dauern. Bauleiter und Projektleiter sprechen von März/April. Bis die 10,5 Millionen Euro teure Baumaßnahme abgeschlossen und auch die Behelfsbrücke wieder zurückgebaut ist, wird es Sommer werden.

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