Düren - Schoellerstraße: Die ersten Brückenbauteile schweben ein

Schoellerstraße: Die ersten Brückenbauteile schweben ein

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
8324475.jpg
Jedes einzelne der tonnenschweren Fahrbahnelemente wird mit einem Autokran vom Schwertransporter gehoben und direkt vor Ort auf der Schoellerstraße fertig montiert. Ende Oktober/Anfang November soll die komplette Brücke über die Gleise gezogen werden. Foto: Jörg Abels
8324385.jpg
Projektleiter Ernst Gombert (r.) vom Landesbetrieb Straßenbau und Dominik Dirksmeier von der federführenden Firma sind für den Bau verantwortlich. Foto: Jörg Abels
8324477.jpg
Die Endmontage der neuen Stabbogenbrücke erfolgt auf eigens installierten Stahlsockeln. Foto: Abels

Düren. Langsam spannen sich die Seile am Ausleger des mächtigen Autokrans. Fast unmerklich löst sich das 37 Tonnen schwere Fahrbahnelement vom mehr als 22 Meter langen Schwertransporter und beginnt zu schweben. Keine zehn Minuten später legt der Kranfahrer das Bauteil auf stählernen Gerüsten wieder ab.

Mitarbeiter einer polnischen Stahlbaufirma geben Kommandos, versuchen das tonnenschwere Bauteil möglichst genau zu positionieren. Millimeterarbeit ist gefragt.

Bis zu 37 Tonnen schwer

„Die Fahrbahn der neuen Brücke besteht aus 14 Einzelteilen“, erklärt Metallbaumeister Dominik Dirksmeier von der federführenden Baufirma. Die vorgefertigten Bauteile, die zwischen 25 und 37 Tonnen schwer sind, werden mit Schwertransportern aus dem polnischen Slupca angeliefert. „Die auf Brückenbau spezialisierte Firma Mostostal hatte die europaweite Ausschreibung des Auftrags gewonnen“, erklärt Projektleiter Ernst Gombert vom Landesbetrieb Straßenbau NRW. Und so ist in diesen Tagen Polnisch die vorherrschende Sprache auf der Großbaustelle an der Schoellerstraße. „Der polnische Fertigungsleiter aber spricht auch Deutsch“, versichert Dirksmeier und schmunzelt. „Ansonsten versuchen wir uns auf Englisch zu verständigen, manchmal aber auch mit Händen und Füßen. “

Endmontage bis Ende Oktober

Noch bis Freitag werden die Fahrbahnelemente in Düren angeliefert und justiert. In der kommenden Woche, voraussichtlich am Donnerstag, werden die Einzelteile der blau beschichteten Stahlbögen angeliefert, kündigt Dirksmeier an. Und dann muss erst einmal geschweißt werden; viel und vor allem exakt geschweißt werden, schließlich soll die neue Brücke der B 56 über die Eisenbahnhauptstrecke Köln-Aachen eine lange Lebensdauer haben. Die Endmontage der Brücke erfolgt nicht auf dem Boden, sondern auf eigens installierten Stahlsockeln in bis zu zwei Metern Höhe. Die komplette Brücke wird dann Ende Oktober/Anfang November hydraulisch über die Gleise geschoben und in die seitlichen Widerlager abgesenkt. Eigens zu diesem Zweck haben die Bauarbeiter in den vergangenen Tagen zwei sogenannte Vorschubbahnen montiert – in die Straße eingelassene und betonierte Stahlträger.

„Normalerweise würde es rund zwölf Stunden dauern, die Brücke über die Gleise zu ziehen“, erklärt Metallbaumeister Dominik Dirksmeier. Weil die Brückenbauer aber auf die Deutsche Bahn Rücksicht nehmen müssen, wird der ganze Vorgang wohl einige Nächte in Anspruch nehmen. „Die DB hat einen Grundsatz beim Brückenbau“, erklärt Ernst Gombert: „Kein Vorschub unter rollendem Rad.“ Will heißen: Die Strecke muss wieder gesperrt werden; diesmal aber voraussichtlich nur nachts, so dass sich die Beeinträchtigung für den Zugverkehr in Grenzen halten wird. „Wir werden eigens noch Hilfsstützen zwischen den Gleisen bauen, auf denen wir die Brücke ablegen können“, erklärt Dirksmeier.

Damit die wartungsanfällige Behelfsbrücke so schnell wie möglich überflüssig wird, will Ernst Gombert die neue Brücke zumindest zweispurig möglichst noch vor Weihnachten freigeben. Vierspurig soll der Verkehr dann ab März/April fließen, kündigt der Projektleiter an. Parallel zu den letzten Erdarbeiten im kommenden Jahr soll auch bereits mit dem Rückbau der Behelfsbrücke begonnen werden. „Mitte des kommenden Jahres wollen wir das 10,5 Millionen Euro teure Großprojekt abgeschlossen haben“, erklärt Ernst Gombert den aktuellen Zeitplan des Brückenneunbaus.

Leserkommentare

Leserkommentare (7)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert