Schnelles DSL-Netz in Inden zieht sich wie Kaugummi

Von: Volker Uerlings
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Inden. Das Konjunkturpaket des Bundes, das die Folgen der Krise mildern soll, kann noch nicht überall seine Wirkung entfalten. Das mussten die Mitglieder des Indener Bauausschusses nun erfahren.

Sie fragten sich, warum der Ausbau des Breitbandnetzes (DSL) in Teilen ihrer Kommune nicht so recht vorankommt. Das überrascht auch vor dem Hintergrund, dass diese Verbesserung der Infrastruktur in ländlichen Gebieten auch ein strategisches Ziel des Kreises Düren ist. Aber wo die Mühlen der deutschen Bürokratie mahlen, ist Geschwindigkeit gelegentlich Nebensache, selbst beim „Highspeed-Internet”.

Nach Angaben des Indener Bürgermeister Ulrich Schuster sei der große deutsche Telekommunikationsanbieter einerseits vom „Run” überrascht worden. Es fehle schlicht an Personal, um die landesweiten Wünsche nach Verbesserung der DSL-Netze zu befriedigen.

In der Gemeinde Inden bekommen das Internet-Nutzer vor allem in Lucherberg und Frenz zu spüren, die nur suboptimal angebunden sind. Der Konzern, der einmal dem Staat gehörte, sei überdies sehr vorsichtig geworden, um nicht gegen Vergaberichtlinien zu verstoßen, die von der Konkurrenz gleich angeschwärzt würden. Sprich: Jede Kommune, die einen Ausbau der Breitbandversorgung wünscht, muss diese Aufträge ausschreiben und auf dem üblichen Verfahrensweg vergeben. Schuster: „Wir bereiten das gerade auch vor.” Der Bürgermeister weiter: „Das Geld ist da. Wir wollen auch. Aber es zieht sich wie Kaugummi.”

Deutlich kurzfristiger soll die Übergabe des Indemannes in die „Hände” der Gemeinde Inden erfolgen. Das Bauwerk aus Stahl war unter Federführung der Gesellschaft für Infrastrukturvermögen (GIS) des Kreises errichtet worden. Bevor die Kommune aber übernimmt, sollen nach Mitteilung von Bauamtsleiter Rainer Ortmann „kleine Mängel” behoben werden.

Das machte einige Ausschussmitglieder stutzig, die es genau wissen wollten: Welche Mängel sind gemeint? Ortmann beruhigte: „Es sind keine statischen und keine Konstruktionsmängel, sondern eher kosmetische.” Der Bauamtschef teilte darüber hinaus mit, dass eine Anbindung des Aussichtsturmes auf der Goltsteinhalde an den Öffentlichen Personen-Nahverkehr geplant sei.

Der Bauausschuss setzte sich am Donnerstag auch mit verschiedenen Gebührensätzen auseinander. Der wohl kritischste Bereich, der mit deutlichen Erhöhungen verbunden sein dürfte, wurde kurzfristig von der Tagesordnung genommen: die Abfallentsorgung. Empfohlen hat das Gremium unveränderte Gebührensätze bei der Abwasserentsorgung (2,58 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser/0,64 Euro für Niederschlagswasser pro Quadratmeter).

Stabil bleiben sollen auch alle Entgelte im Friedhofswesen. Leicht erhöht werden sollen die Gebühren für Straßenreinigung und Winterdienst von 0,20 auf 0,25 Euro je laufenden Meter Grundstücksfront.
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