Schiedsrichter Benjamin Bläser schafft den Aufstieg in Liga 3

Von: Jörg Abels
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Beim Spiel Rot-Weiß Essen gegen SG Wattenscheid bewahrte Benjamin Bläser trotz der Kulisse von 14 500 Zuschauern die Ruhe und ließ sich auch von Wattenscheids Torwart Tim Boss von seiner Linie nicht abbringen. Foto: Imago/Revierfoto

Oberzier. Seinem großen Traum von der 1. Fußball-Bundesliga ist Schiedsrichter Benjamin Bläser wieder ein großes Stück nähergekommen. Vor wenigen Tagen hat ihm der Fußballverband mitgeteilt, dass er in der kommenden Saison in der 3. Bundesliga pfeifen darf – der Lohn für drei Jahre mit sehr guten Leistungen in der Regionalliga West.

„Ein enorm wichtiger Schritt“, freut sich der 28-Jährige. Denn so schwer, wie es für die Vereine ist, aus einer der fünf Regionalligen aufzusteigen, so schwer ist es auch für die Schiedsrichter, zumal der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV) nur drei der 21 Referees in der 3. Liga stellen darf.

Aber Bläser hatte Glück: Er überzeugte nicht nur die Spielbeobachter, die jede Entscheidung der Unparteiischen kritisch unter die Lupe nehmen, mit konstant souveränen Leistungen. Der sympathische Oberzierer profitierte auch davon, dass zwei der drei bisherigen WFLV-Schiedsrichter in der 3. Klasse ihrerseits den Sprung in die 2. Liga schafften und somit zwei Plätze frei wurden.

Schon in der vergangenen Saison war der 28-Jährige als Schiedsrichter-Assistent und vierter Offizieller in der 2. Bundesliga im Einsatz. Jetzt hat er auch als Spielleiter den Sprung auf die DFB-Schiedsrichterliste geschafft und gehört damit zu den 60 besten Referees der Republik.

In der abgelaufenen Spielzeit war Benjamin Bläser mehr als 35 Mal im Einsatz. Er leitete neun Regionalliga-Spiele, darunter die Partie der Traditionsvereine Rot-Weiß Essen und Wattenscheid 09 an der Hafenstraße vor rund 14 500 Zuschauern, aber auch das Mittelrhein-Pokalendspiel zwischen Viktoria Köln und dem Bonner SC. Auch bei zwei Erstrundenpartien im DFB-Pokal stand er an der Linie. „Beide Spiele waren hoch spannend, beide gingen über 120 Minuten und ins Elfmeterschießen“, blickt der 28-Jährige zurück.

Und in der kommenden Spielzeit wird sein Hobby noch zeitaufwendiger. Benjamin Bläser geht davon aus, dass er – wenn alles nach Plan verläuft und er sich nicht verletzt – bis zu zehn Drittliga-Spiele pfeifen wird. Und weil viele der Drittligisten im Osten der Republik beheimatet sind, darunter Traditionsclubs wie Rostock, Dresden und Cottbus, wird er pro Spieltag nicht selten zwei Tage unterwegs sein. Da ist es gut, dass ihn sein Arbeitgeber voll und ganz unterstützt. „Ein Drittel meines Jahresurlaubs aber werde ich wohl schon benötigen.“

Auf der anderen Seite wird sein Einsatz auch entlohnt. Aber die Aufwandsentschädigung ist im Vergleich zum Gehalt der Spieler gering. Sie aber ist es ohnehin nicht, die ihn anspornt. „Ich bin leidenschaftlicher Fußballer“, betont Bläser, „habe aber früh gesehen, dass ich als Schiedsrichter größere Perspektiven habe.“

Eine akribische Spielvorbereitung ist für den 28-Jährigen das A und O. „Man muss als Schiedsrichter ganz genau wissen, was einen erwarten kann“, betont er. Deshalb informiert er sich vor jedem Spiel über die Vereine und die Spieler. Denn er weiß: Gerade als junger Unparteiischer muss er sich die Akzeptanz auf dem Platz immer erst erarbeiten, vor allem, wenn er künftig in der 3. Liga pfeift. „Auch die Spieler wissen natürlich, dass du neu in der Klasse bist, und werden testen, wie weit sie gehen können.“ Trotzdem: Benjamin Bläser freut sich auf die Herausforderung und die Chance, sich in der neuen Klasse beweisen zu dürfen.

Damit die körperliche Fitness stimmt, hat er schon jetzt mit der Vorbereitung begonnen, ganz individuell, bevor sich Mitte Juli alle DFB-Schiedsrichter zu einem dreitägigen Lehrgang in der Sportschule Kaiserau treffen. Und dort soll der Aufstieg beim Leistungstest natürlich nicht noch an mangelnder Fitness scheitern.

Die 3. Liga soll nur eine Zwischenstation sein. „Im ersten Jahr will ich mich in der Klasse etablieren“, erklärt der Oberzierer. Dann möchte er den Blick nach oben richten und nach Möglichkeit die nächste Sprosse der Karriereleiter in Angriff nehmen. Ob er direkt zu Beginn – erster Spieltag ist am 25. Juli – zum Einsatz kommt, erfährt er erst zehn Tage vorher.

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