RWE-Chor: Abgesang einer langen Tradition

Von: Adi Zantis
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Zum letzten Mal präsentiert sich der allseits bekannte RWE- bzw. ehemalige Rheinbraun-Chor beim Frühjahrskonzert 2016. Danach wird sich der vielerorts bekannte Männerchor auflösen. Foto: Zantis

Kreis Düren/Eschweiler. Der sowohl in der Städteregion wie auch im Kreis Düren bekannte RWE- bzw. ehemalige Rheinbraun-Chor wird wohl sein 100-jähriges Bestehen nicht mehr erreichen. Alters- und krankheitsbedingte Umstände wie auch die Einstellung der finanziellen Zuschüsse vom RWE-Konzern zwingen den Chor unwiderruflich zur Auflösung der Aktivitäten.

Demzufolge wird das Frühjahrskonzert am Freitag, 29. April, in der Festhalle Weisweiler zum endgültig letzten Termin des RWE-Chores.

Der allseits geschätzte und leistungsfähige Männerchor – seit 1996 unter der Leitung des Jülicher Chordirektors ADC Ernst Matthias Simons – hatte in den 93 Jahren seines Bestehens viele glanzvolle und in der Fachwelt anerkannte Höhepunkte zu verzeichnen.

Gründungsjahr 1922

Im Gründungsjahr 1922 schlossen sich acht Freunde des Chorgesangs zum Männerquartett „Sangesfreunde Weisweiler“ als Vorgänger für den nachfolgenden „Biag-Zukunft-Chor“ bzw. späteren „Rheinbraun-Chor“ zusammen. Eine weitere Namensänderung erfolgte 2005 den Umständen zufolge auf die Werksbezeichnung „RWE-Chor“.

Nach einer längeren Zwangspause durch den Zweiten Weltkrieg durften sich die Chorfreunde 1947 unter dem Motto „Und kam ich wieder zu singen, war alles auch wieder gut“ zusammenfinden.

Ein vielseitig ausgeprägtes Repertoire mit allen Musikrichtungen vom Volkslied über Klassik bis hin zum sakralen Gesang wurde erarbeitet und in den folgenden Jahrzehnten mit einer Vielzahl von chorischen Aktivitäten dargeboten. Daran hatten vor allem auch die Chorleiter seit den 1970er Jahren einen großen Anteil. Zu ihnen gehörten unter anderem Kirchenmusikdirektor Josef Schneider, Domorganist Herbert Voss, Karl-Heinz Krella, Chordirektor Otto Bücken, Ferdinand Frings und der amtierende Chordirektor Ernst Matthias Simons.

Mit seinem breit gestreuten Repertoire leistete der Männerchor sowohl in der heimatlichen Umgebung als auch im gesamten Aachener Raum sowie im Umkreis der Städte Düren und Jülich einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Leben. Hinzu kamen auch Präsentationen auf den Chorfahrten in vielen deutschen Metropolen und im Ausland.

Im November 1999 wurde der langgehegte Wunsch einer eigenen CD-Aufnahme in einem Tonstudio verwirklicht. Dabei ist ein Tonträger entstanden, der für einen Laienchor eine ansprechende Qualität zeigt.

Live im Hörfunk

Mehrmals durfte der Chor sich auch in einem speziellen Hörfunk-Programm sowie bei Livesendungen im WDR präsentieren. Gelegentlich werden auch jetzt noch immer in volkstümlichen Sendungen Beiträge des Rheinbraun-Chores Eschweiler gesendet.

Gerade in den letzten Jahren war die Aussicht auf eine gesicherte Zukunft des bergmännischen Chores noch vielversprechend, denn mit neuem Elan und Tatkraft hatte besonders Vorsitzender Alfred Turbanski den RWE-Chor neben dem intensiven und gründlichen Dirigat durch Chorleiter Simons besonders geprägt. „Es ist ein bedrückendes Gefühl“, so Turbanski, „wenn man machtlos ist und keine neuen Impulse in unserem Chor aktivieren kann. Als Vorsitzender der letzten zwölf Jahre kann ich nur positiv zurückblicken.“

Nach seiner Meinung sind es die finanziellen Belastungen wie auch der drastische Rückgang den Mitgliederzahlen, die letztendlich zur Aufgabe der Chortätigkeit führen. „Bis vor zwei Jahren wurden wir noch vom RWE-Konzern finanziell zur Deckung der laufenden Kosten unterstützt. Leider sind diese Zuwendungen durch Sparmaßnahmen gestrichen worden“, so das enttäuschte Fazit von Alfred Turbanski.

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