Runder Tisch gegen Gewalt an Frauen startet Kampagne

Von: dama
Letzte Aktualisierung:
Präventionsarbeit zum Thema K
Präventionsarbeit zum Thema K.-o.-Tropfen ist wichtig, finden die Mitglieder des Runden Tisches gegen Gewalt an Frauen. Deshalb verteilen sie Infomaterial, geben Workshops und veranstalten eine Foto: Martinak

Kreis Düren. Keine Erinnerungen mehr an den Vorabend? Dafür einen Brummschädel, Gleichgewichtsstörungen, Schmerzen - und Wertgegenstände sind verschwunden? Dies müssen nicht Folgeerscheinungen von Alkoholkonsum sein.

„Lass dein Glas nie unbeaufsichtigt stehen”, lautet eine Warnung, die äußerst ernstgenommen werden sollte. Und doch treten immer häufiger Fälle auf, die auf so genannte K.-o.-Tropfen schließen lassen. Die Knock-out-Tropfen können starke Bewusstseinsstörungen, Willenlosigkeit und Bewusstlosigkeit hervorrufen. Je nachdem, wem diese Tropfen verabreicht werden, kann die Wirkung sogar bis zum Koma oder gar zum Tod führen. Unter dieser Wirkung kommt es immer wieder zu Raub- und Sexualdelikten. Dabei haben die Täter leichtes Spiel.

Der Runde Tisch gegen Gewalt an Frauen im Kreis Düren hat es sich zur Aufgabe gemacht, über die Risiken zu informieren. Eine Aufklärungskampagne unter dem Titel „K.O.cktail? Fiese Drogen im Glas”, die am Donnerstag, 10. November, startet, soll Menschen warnen und anspornen, eventuelle Fälle zur Anzeige zu bringen. „Viele Frauen trauen sich gar nicht zur Polizei zu gehen. Teilweise auch, weil die K.-o.-Tropfen immer häufiger auch im häuslichen Umfeld angewendet werden. Das ist eine erschreckende Tendenz”, findet Elke Ricken-Melchert vom Amt für Chancengleichheit des Kreises.

„Die Tropfen kann man problemlos im Internet bestellen”, berichtet Sabrina Dicken vom Verein „Frauen helfen Frauen” Jülich. Dabei reichen teilweise einige Tropfen, um den Effekt auszulösen. Bereits nach 15 Minuten setzt die Wirkung ein, und erst nach vier Stunden schwächen die Folgeerscheinungen ab. Die Opfer erinnern sich teilweise nur bruchstückartig an das Geschehen. „Die Tropfen sind nur sehr kurze Zeit nach Einnahme im Blut oder Urin nachweisbar. Oft ist es die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen, wenn solch ein Fall gemeldet wird”, erklärt Marion Laßka von der Kriminalpolizei. Bundesweite Statistiken gibt es nicht. Aus diesem Grund liegen laut Laßka auch keine Zahlen für den Kreis vor.

Die Kampagne, die von der Sparkasse Düren und dem Landesministerium für Gesundheit finanziert wird, umfasst daher mehrere Workshops in Schulen. Es gibt Info- und Aufklärungsmaterial, und am 10. November findet eine Fachtagung von 14 bis 16 Uhr in der Kreisverwaltung statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird bis zum 7. November gebeten.

„Wir haben uns den 10. November als Termin für die Auftaktveranstaltung ausgesucht, weil am nächsten Tag die Karnevalssession beginnt. Auch, wenn wir keine Statistiken haben, glauben wir, dass gerade in dieser Zeit Vorsicht geboten ist”, meint Gilla Knorr vom Frauenbüro der Stadt Düren. Aus diesem Grund wollen die Mitglieder des Runden Tischs auch alle Karnevalsgesellschaften im Kreis dazu auffordern mitzumachen. „Wir verteilen Bierdeckel und hoffen auf Aufdrucke auf Eintrittskarten”, erklärt Elke Ricken-Melchert.

Die Workshops finden vorerst bis Februar an zwölf Schulen statt. Die Fortsetzung dieses Aufklärungsunterrichts sei jedoch nicht auszuschließen. Ricken-Melchert: „Es haben sich so viele Schulen bei uns beworben. Der Bedarf ist da, und unsere Aktion wird angenommen.” Um Vorfälle zu vermeiden, sei es besonders wichtig, aufeinander zu achten. Den Leitsatz „Zusammen ankommen, zusammen feiern, zusammen gehen” könne der Runde Tisch jetzt schon jedem mit auf den Weg geben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert