Rund 100 Jobs von Elsdorf zur Zuckerfabrik Jülich

Von: Antonius Wolters
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Im Werk Jülich von Pfeifer & Langen wird ein weiteres Silo gebaut. In die Herzogstadt sollen Teile der Veredelungsaktivitäten und um die 100 Beschäftigte vom Elsdorfer Standort des Unternehmens wechseln. Foto: Wolters

Jülich. Nachdem Emil Pfeifer, Eugen Langen und Valentin Pfeifer vor 147 Jahren das Unternehmen Pfeifer & Langen gegründet hatten – heute drittgrößter Zuckerproduzent Deutschlands – wurde ihre erste Zuckerfabrik ein Jahr später in Elsdorf eröffnet.

Bis zum Ende der Kampagne 2006 wurden dort Zuckerrüben verarbeitet, danach wurde der Standort in die Veredlungsfabrik Elsdorf umgewandelt, die 2005 noch die Erweiterung um ein Logistikzentrum erfuhr. Im Oktober 2016 kündigte das Unternehmen an, in Elsdorf 130 Arbeitsplätze abbauen zu wollen.

Die Verhandlungen durch den Betriebsrat und die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) haben am Ende ergeben, dass der Aderlass an Arbeitsplätzen weniger krass ausfällt als zunächst angekündigt und ein größerer Teil der Elsdorfer Belegschaft zur Zuckerfabrik Jülich wechselt. Über 100 von knapp 190 Jobs blieben erhalten.

Darüber informierte die NGG nach „monatelangen Verhandlungen“ über einen Sozialplan, die aus Sicht der Gewerkschaft erfolgreich ausgefallen sind.

So vereinbarten Unternehmen und Betriebsrat, dass von derzeit 187 Stammbeschäftigten mindestens 108 ein Arbeitsplatzangebot in den übrigen rheinischen Werken von Pfeifer & Langen erhalten. Demnach soll das Gros von der benachbarten Zuckerfabrik in Jülich weiterbeschäftigt werden.

Zudem ist vom Betriebsrat eine Altersteilzeitregelung ausgehandelt worden, die Älteren einen Übergang in den Ruhestand ermöglicht. Nach derzeitigem Stand werden etwa 56 Beschäftigungsverhältnisse durch Aufhebungsverträge oder betriebsbedingte Kündigungen beendet.

„Wir haben um jeden Job gekämpft. Auch wenn wir die Schließung der Fabrik nicht verhindern konnten, sind wir mit dem Verhandlungsergebnis sehr zufrieden“, sagte Betriebsratsvorsitzender Guido Giesen. Der Grund für den Stellenabbau in Elsdorf sind Pläne des Unternehmens, die Veredlungsaktivitäten in Elsdorf ab 2018 bis voraussichtlich Ende 2019 schrittweise herunterzufahren. Gleichzeitig werden in Jülich nicht allein Beschäftigte aus Elsdorf übernommen, sondern auch Teile der Veredlungsaktivitäten aufgebaut.

Von Kandis bis Gelierzucker

So wird in Elsdorf nicht allein Haushaltszucker verpackt und ausgeliefert, sondern ist dort auch die zentrale Sortenherstellung angesiedelt. Die sogenannten Haushaltszuckerartikel umfassen etwa weißen Kandis, Puderzucker, Würfelzucker, Gelierzucker und Zuckerhüte. Weitere Sondersorten werden in Wevelinghoven produziert. Dieser Teilstandort und das Elsdorfer Logistikzentrum sollen nach den bisherigen Plänen des Unternehmens erhalten bleiben.

Darüber, welche Veredelungslinie welchem Standort zugeschlagen wird, hält sich das Kölner Familienunternehmen noch bedeckt, doch ist davon auszugehen, dass das Werk Jülich hier eine zentrale Rolle spielt, das mit den Elsdorfer Mitarbeitern schließlich einen Know-how-Transfer in Veredelungsfragen erfahren wird.

Zudem werden gerade mit dem Bau eines neuen Zuckersilos, der auf dem Werksgelände entsteht, gleichzeitig beste Voraussetzungen für eine Weiterverarbeitung des Haushaltszuckers geschaffen. Es ist also davon auszugehen, dass an den Plänen für weitere technische Apparaturen und deren Einbettung in die Arbeitsabläufe des Werks gearbeitet wird, deren Umsetzung dann ebenfalls rasch erfolgen müsste, um den Abbau der Aktivitäten in Elsdorf und deren gleichzeitigen Aufbau in Jülich zu synchronisieren.

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