Rübenernte 2016 ist „guter Durchschnitt“

Von: Antonius Wolters
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Die letzten Zuckerrüben erreichen die Jülicher Fabrik: Heinz Leipertz, bei Pfeifer & Langen Koordinator Landwirtschaft im gesamten Rheinland, hat ein Exemplar vom landwirtschaftlichen Zug genommen, der die in diesem Jahr besonders süßen Feldfrüchte zur Verarbeitung anliefert. Foto: Wolters

Jülich. Mit einem kompletten Anfuhrtag hat sich die Rübenkampagne 2016 am Mittwoch, dem 99. Kampagnentag, von den Straßen im Jülicher Land und darüber hinaus verabschiedet. Am Nachmittag gegen 15 Uhr stellten die ersten Lademäuse ihre Tätigkeit ein und am Abend gegen 20 Uhr hatten auch die letzten „Mäuse“ ihr Tagwerk erledigt.

Bereits um 17 Uhr begann im Jülicher Werk von Pfeifer & Langen (P+L) die rustikale „Fahrersause“ mit heißen Würstchen und kalten Erfrischungsgetränken, womit sich das Werk traditionell bei allen bedankt, die mit Ernte und Anfuhr der süßen Knollen zu tun haben. Die Veranstaltung war bewusst mit einem offenen Ende konzipiert worden, denn – wie beschrieben – die Anfuhr erfolgte noch bis in die fortgeschritteneren Abendstunden hinein.

„Wir haben den Leuten auch eine gewisse Flexibilität abverlangt“, umschreibt Heinz Leipertz, Koordinator Landwirtschaft bei P+L für das gesamte Rheinland, die Probleme in und mit der Fabrik, die nicht immer rund gelaufen sei, was sich unmittelbar auf die Rübenanfuhr ausgewirkt hat, wenn etwa die Seitenentladung von landwirtschftlichen Zügen voll mit Zuckerrüben zeitweise nicht möglich war und die Leute unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt werden mussten.

Deshalb sei man auch sehr dankbar, dass die Partner aus Landwirtschaft, von Maschinenringen und kommerzielle Frachtführer solche Misshelligkeiten mitgetragen haben.

Nachdem inzwischen die letzte Knolle auf den Rübenhof gerollt ist, benötigt die Fabrik noch etwa zwei Tage, ehe die letzte Feldfrucht verarbeitet ist. Das führe dazu, dass ausgerechnet an Heiligabend die Mitarbeiter mit der Säuberung der Fabrik beginnen müssen. „Das ist total schade“, fühlt Leipertz mit den betroffenen Kollegen, doch die Fabrik müsse sauber gefahren werden, „wenn sie noch warm ist“. Wer die durchweg klebrigen Bestandteile bei der Zuckergewinnung kennt, kann sich das lebhaft vorstellen.

Derweil hat Heinz Leipertz schon damit begonnen, eine vorläufige Bilanz der Kampagne 2016 zu ziehen, die bekanntlich die letzte war, in der Quotenrüben nach der auslaufenden Marktordnung abgerechnet worden sind. Ab kommendem Jahr werden nur noch Vertragsrüben verarbeitet.

Die rund 1500 Lieferanten der Jülicher Zuckerfabrik aus der Landwirtschaft, die auf rund 17.000 Hektar Zuckerrüben angebaut hatten, brachten ziemlich genau 1,4 Millionen Tonnen der Feldfrüchte in die Fabrik. Das entspricht einem mittleren Rübenertrag zwischen 78 und 79 Tonnen pro Hektar, was dem langjährigen Mittel entspreche, wie Leipertz anmerkt. „Über normal“ sei mit durchschnittlich 17,7 Prozent der Zuckergehalt ausgefallen – „da hat Jülich überrascht“, gesteht der Experte.

Mit einem Zuckergehalt von rund 14 Tonnen pro Hektar sei hier sogar eine Punktlandung auf den Mittelwert der letzten fünf Jahre gelungen. „Damit müssen und können die Landwirte zufrieden sein“, sagt Leipertz, der in Broich selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb hat und um die vielfältigen Probleme weiß, die seine Berufskollegen wegen diverser Unbilden der Witterung in diesem Jahr hatten. „Hier hat die Rübe positiv überrascht“, konstatiert er, dass in der Fruchtfolge diese Kultur fast die einzige Konstante gewesen sei.

Rübenanbaufläche steigt

Und wie geht es 2017 weiter? Im Einzugsgebiet der Zuckerfabrik Jülich wird nach Worten von Heinz Leipertz die Rübenanbaufläche im kommenden Jahr um 15 bis 20 Prozent ausgedehnt, womit aber die Kapazitäten in der Fruchtfolge noch nicht ausgereizt seien. Auf jeden Fall darf man sicher sein, dass die Kampagnen künftig wieder länger werden.

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