Roul Combach sieht sich als Moderator, nicht als Lautsprecher

Von: Guido Jansen
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Er sieht Erfahrung und Perspektive auf seiner Seite: Roul Combach (SPD) kandidiert für das Indener Bürgermeisteramt. Foto: Guido Jansen

Frenz. Bisher ist Roul Combach nicht als Lautsprecher seiner Partei in Erscheinung getreten. Combach gehört dem Rat als SPD-Mitglied schon seit 16 Jahren an, die Wortführer in den politischen Debatten sind aber meistens andere.

„Ich bin vielleicht nicht der Frontmann, aber ich bin ein guter Moderator“, sagt der 43-Jährige, der sich am 13. September in Inden als Bürgermeisterkandidat zur Wahl stellt. „Ich schaffe es beruflich immer wieder, gegnerische Parteien an einen Tisch zu kriegen“, sagt der Sozialversicherungsfachwirt. Und dieses Talent als Vermittler will er mit einbringen in seine Arbeit als Bürgermeister.

Combach bekundet, dass er sich dieser anspruchsvollen Aufgabe bestens gewachsen fühlt. Er baut auf 24 Jahre Berufserfahrung und 16 Jahre im Indener Rat. „Ich sehe da für mich eine realistische Chance“, sagt Combach, der sagt, dass die Perspektive für ihn spreche. Einerseits bringe er Erfahrung mit, andererseits könne er den Posten als Bürgermeister mit Blick auf sein Alter 20 Jahre lang ausfüllen. Diese Voraussetzungen vereint keiner der anderen Bewerber auf sich.

Roul Combach spricht die schwierige Lage an, in der die Gemeinde Inden aufgrund des defizitären Haushalts steckt. Versprechungen, dass die Steuersätze nicht steigen oder nur moderat, gibt er nicht ab. Inden sei von so vielen externen Faktoren abhängig, die den Haushalt bestimmen, dass eine Prognose für die nächsten Jahre nicht möglich sei. Offenheit seit das Mittel der Wahl, das Combach als Bürgermeister ergreifen will. „Mit der großen Koalition stellen wir jedes Jahr alles erneut auf den Prüfstand. Mehr können wir nicht tun, weil wir nicht wissen, wie sich die Kreisumlage entwickelt oder welche Landes-Kosten auf uns zukommen.“

Dass der 43-Jährige nicht vorbehaltlos auf Parteilinie liege, habe er unlängst noch gezeigt, als er mit Arbeitern von RWE nach Berlin gefahren sei, um gegen die Braunkohle-Pläne zu protestieren, die der SPD-Vorsitzende Sigmar Ga-briel vorgestellt hat und die bei vielen RWE-Mitarbeitern Angst um ihre Arbeitsplätze ausgelöst haben. Sollte die Bundespolitik den frühzeitigen Ausstieg aus der Braunkohle bewirken, „dann können wir das in Inden sicher nicht verhindern. Dann ist es aber gut, wenn wir weiter ein partnerschaftliches Verhältnis zu RWE pflegen, damit der Informationsfluss weiter so gut ist.“ Denn das Aufstellen der Gemeinde für die Zeit nach dem Tagebau gehe nur mit RWE.

Wichtig ist für ihn, dass Inden auch für junge Menschen und Senioren lebenswert bleibt. Das Einfamilienhaus alleine funktioniere nicht. „Wer 22 Jahre alt ist, der braucht kein Einfamilienhaus, sondern für ihn bezahlbaren Wohnraum.“ Das gelte für Senioren, denen die Chance eingeräumt werden müsse, in ihrem Haus zu bleiben. „Ich sehe beruflich seit Jahren, wie schwer es ist, verwurzelte Menschen zu verpflanzen. Da müssen wir andere Möglichkeiten schaffen.“ Wenn neue Viertel geplant werden, dann müssten die Bürgersteige beispielsweise barrierefrei sein, das sei auch für Investoren attraktiv.

Derzeit ist Combach unterwegs. „Ich mache mir ein Bild von...“ heißt die Idee, mit der er jede Straße der Gemeinde besucht und die Problemstellen und Stärken fotografisch festhält.

Roul Combach ist verheiratet und Vater zweier Kinder.

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