Kreis Düren - „Rock meets Classic”: Mehr als ein Ständchen zum Geburtstag

„Rock meets Classic”: Mehr als ein Ständchen zum Geburtstag

Von: han
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Robin Beck, hier mit Gitarrist
Robin Beck, hier mit Gitarrist Alex Beyrodt, präsentierte sich nicht nur als Rock-Röhre, sondern setzte mit einer tollen Vorstellung auch auf melodischen Rock.

Kreis Düren. Was für ein Auftakt zur Feier des 40-jährigen Bestehens des Kreises Düren nach der kommunalen Neugliederung 1972: Konzertveranstalter Günter Meyer holte unter Schirmherrschaft von Landrat Wolfgang Spelthahn die „Rock meets Classic”-Tournee in die Arena und widmete sie dem Kreis Düren.

Und die Musiker lieferten ein Geburtstagsständchen der Sonderklasse ab. Rock-Giganten vergangener Tage standen auf der Bühne, die von ihrer Anziehungskraft nichts verloren hatten. Pop-Veteranen, die es noch immer verstanden, ihr Publikum zu begeistern. So lief in der fast ausverkauften Halle eine Show von allerhöchstem Unterhaltungswert ab, die zeitweise sogar famose und grandiose Momente hatte und Emotionen pur beim Publikum hervorrief, das über drei Stunden Musik geboten bekam und zwischen Glückseligkeit und Mattheit, zwischen tosendem Beifall und kuscheliger Wohligkeit, zwischen tänzerischen Bewegungen und Dauerapplaus schwankte.

Zwei Welten verbunden

Es war ein Abend, der zwei musikalische Welten verband. Die Ekstase der Rockmusik verschmolz mit der symphonischen Power der Klassik. Die Grenzen zwischen E- und U-Musik verschwammen. Wohl auch, weil gerade der Hardrock, trotz langmähniger Musiker und abgewetzter Jeans, als das konservative Element der U-Musik gilt und die Tophits aus den vergangenen Dekaden sich besonders für orchestrale Arrangements eignen.

So erklangen alte Songs von „Survivor” oder „Toto” mehr als ordentlich. Es war ein erstklassig gelungener Abend, was nicht zuletzt daran lag, dass mit dem „Bohemian Symphony Orchestra Prague” unter der Leitung von Bernard Fabuljan ein Klangkörper aufspielte, der nicht nur Showeffekte beherrschte, sondern mehr machte, als nur einen Klangteppich zu weben, auf dem sich die Rockbarden wohlfühlten.

Das Orchester forderte, trieb an, schlug - wenn nötig - bombastische Töne an, um sich gegen die E-Gitarren zu behaupten, ließ sanfte Töne erklingen, war ein bemerkenswerter „Weggefährte” für die Helden auf der Bühne. Ein Glanzlicht war auch die „Mat Sinner”-Band, die in ihrer Ausstrahlung zu den ganz Großen zählt und beim Auftritt von Ian Gillan dessen Band „Deep Purple” kaum nachstand.

Von den fünf Legenden der Rockmusik ganz zu schweigen: Jimi Jamison („Survivor”) machte mit sympathischen Einlagen den Anfang, wobei „Eye of the Tiger” das bekannteste Lied war. Auf der Melodic-Rock-Welle ritt auch Robin Beck, die mit Hits wie „Tears in the Rain” und „First Time” ihre enormen stimmlichen Qualitäten unter Beweis stellte und ein tolles Bühnen-Spektakel zeigte. Quirlig und lebendig, ein zierliches Persönchen mit toller Power.

Was die Fusion von Rock und Klassik bieten kann, wurde beim Auftritt von Chris Thompson deutlich. Eingespielt, ohne jede Beliebigkeit, ausdrucksstark, mitreißend: Das Publikum stand Kopf, als der Ex-Frontmann der „Manfred Manns Earth Band” loslegte und fast hymnisch mit „Blinded by the Light” oder dem Dauerbrenner „Mighty Quinn” die Arena in einen Hexenkessel verwandelte. Ein Niveau, das blieb, als Steve Lukather („Toto”) seine Gitarre erklingen ließ. Jeder kannte jeden Titel und jedes Riff.

Nach besonders kniffeligen Unisono-Stellen sah man den Fans ihre tiefe innere Zufriedenheit an. Luke war einfach er selbst: cool, trocken und mit einem super Sound ausgestattet, der nichts verloren hat. Der Auftritt von Ian Gillan wirkte danach zuerst wie ein Regenguss. Erst allmählich gerieten die Zuhörer wieder auf Touren und Gillan und kam mit Titeln wie „Perfect Strangers” und „Hush” groß heraus. Krönender Abschluss der Show, die unter die Haut ging, war „Smoke on the Water”.
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