Riskante Strategie bringt Kreuzauer mit seinen Huskies ins Ziel

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Røros/Düren. Die Langdistanz-Europameisterschaft des internationalen Schlittenhundeverbandes (IFSS) wurde dieses Jahr im Rahmen des „Femundløpet“ ausgetragen, mit Start und Ziel in Røros in Norwegen. Auf die 360 Kilometer lange Strecke starteten gut 80 Teams mit jeweils acht Hunden. Unter den vielfach eingesetzten Mischlingshunden waren aber auch 13 Teams mit reinrassigen Schlittenhunden, so auch Michael Hess aus Kreuzau mit seinen Siberian Huskies.

Die Hunde von Hess hatten während der Herbstmonate im heimatlichen Gebiet trainiert und waren seit Mitte Dezember in Schweden stationiert, um die Saison-Vorbereitungen zu absolvieren. Obwohl auch dort erst spät brauchbare Schneeverhältnisse herrschten, kam das Team letztlich gut vorbereitet zum Start nach Røros.

„Ich war zuversichtlich, dass wir die Renndistanz schaffen würden, hatte aber kaum eine Vorstellung davon, wie konkurrenzfähig wir sein würden. Die meisten Teams mit reinrassigen Hunden kamen aus Norwegen, waren mir aber nicht bekannt“, erklärt Hess die Ausgangslage. So war er gut gelaunt, als er im Checkpoint nach der zweiten Etappe feststellen konnte, dass er mit seinen Hunden auf Rang drei lag.

Die Französin Catherine Fontaine, Vize-Weltmeisterin des Vorjahres, war als Favoritin ins Rennen gegangen und führte erwartungsgemäß. „Vor dem Rennen hatte ich mir schon überlegt, dass es sich, aufgrund der gegebenen Verteilung von Etappenlängen und Pflichtpausen, anbieten würde, zwei Etappen zusammenzulegen, also praktisch eine Pause auszulassen“, sagt Hess. „Aufgrund meiner Position, entschloss ich mich, das auf der dritten und vierten Etappe umzusetzen. Wir machten etwas länger im zweiten Checkpoint Pause und hielten dafür nur kurz im dritten Checkpoint, um Snacks für die Hunde nachzuladen,“ erzählt er weiter.

Hess setzte den Lauf fort, während alle anderen, außer Catherine, noch rasteten. „Es war allerdings auch etwas riskant, weil wir rund 140 km am Stück zu absolvieren hatten und ich die Strecke und vor allem das Streckenprofil nicht kannte.“

Die Strategie ging auf und Hess erreichte mit seinen acht Hunden den letzten Checkpoint als Zweitplatzierter unter den reinrassigen Teams. Dort waren acht Stunden Zwangspause angesetzt, bevor die letzten 67 Kilometer zum Ziel zu absolvieren waren und dieser Umstand ließ der Konkurrenz praktisch keine Chance mehr, nochmals zu kontern. Auf der letzten Etappe festigten die ersten Drei ihre Positionen. Chatherine Fontaine erreichte als erste Røros und Michael Hess konnte den Vorsprung auf den drittplatzierten Norweger, Hårvard Okstad, noch etwas vergrößern.

Von den insgesamt 81 Startern erreichten 73 das Ziel. Eine ungewöhnlich hohe Quote beim Femundløpet, die wohl den freundlichen Wetterbedingungen geschuldet war. Im Vorjahr war das Rennen wegen Sturms und verschollener Teilnehmer abgebrochen worden. „Für uns zählt der zweite Platz unter den reinrassigen Teams“, freute sich Hess im Ziel, das er nach rund 50 Stunden erreichte, „aber auch der 36. Rang in der Gesamtwertung ist absolut zufriedenstellend.“

Für Michael Hess und seine Hunde steht noch ein weiterer europäischer Wettbewerb an, denn auch der Verband der reinrassigen Schlittenhunde trägt in dieser Saison eine Langdistanz-EM aus. Mitte März treffen sich die „Musher“ (Schlittenhundeführer) dazu im schwedischen Särna, anlässlich des „Polardistans“ über eine Distanz von 300 Kilometer.

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