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Rheinisches Revier bewirbt sich um Förderung der EU

Von: Kr.
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Dieses große „Familienfoto“ wird der Bewerbung beigefügt, um zu zeigen, wie groß das Engagement in der Region ist. Foto: Krol
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Vera Lauber und Dirk Schubert begleiten die Bewerbung um eine LeaderFörderung. Foto: Krol

Inden/Altdorf. „LEADER“ wird groß geschrieben und das nicht ohne Grund. Leader steht offiziell für „Liaison entre actions de developpement de l êconomie rurale“. Dahinter verbirgt sich wiederum ein Förderprogramm der Europäischen Union, das seit 1991 innovative Ideen im ländlichen Raum unterstützt.

Doch in einem ganz wesentlichen Punkt unterscheidet Leader sich von anderen Förderprogrammen. Es richtet sich direkt an die Bürger. Sie sind gefordert, sich mit ihren zukunftsorientierten Ideen einzubringen und auch umzusetzen.

Etliche Millionen Euro flossen auf diese Weise in die ländlichen Regionen der EU. Nun fand es auch unsere Region an der Zeit, aus diesem Fördertopf zu schöpfen. Doch ehe die Gelder fließen, steht eine intensive und auch arbeitsreiche Zeit an, in der eine möglichst eindrucksvolle Bewerbung mit einem schlüssigen Konzept erarbeitet werden muss. Die Indeland-Region mit Inden, Niederzier, Langerwehe, Linnich, Aldenhoven, Jülich und Eschweiler will sich um die Leader-Förderung bewerben und hat zur Verstärkung die Gemeinden Titz und Merzenich mit ins Boot geholt.

Zum Auftakt der Bewerbungsphase waren ihre politischen Vertreter sowie die Bürger, die sich auf irgendeine Weise ehrenamtlich engagieren ins Restaurant am Indemann geladen. Und sie waren sehr zahlreich gekommen, wie Landrat Wolfgang Spelthahn mit großer Freude feststellte. Da wurde auch gleich ein großes „Familienfoto“ angefertigt, das als Beleg den Bewerbungsunterlagen beigefügt wurde. „Hier und heute wird Geschichte für die Region geschrieben. Wir wollen gemeinsam unsere Zukunft gestalten“, erklärte Spelthahn. Er verwies daraufhin, dass die Region inmitten dreier Tagebaue zu finden ist. Dies sei auch eine große Chance, denn die Landschaft sei in Bewegung und biete große Gestaltungsmöglichkeiten.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte eine Steuerungsgruppe getagt, die mit den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen sowie etlichen Bürgern besetzt war. Sie hatten schon einmal die Stärken und Schwächen der Region sondiert, sich Gedanken über die Themen und den Namen gemacht, den die Region im Förderantrag tragen soll. Jens Bröker, Geschäftsführer der Indeland GmbH, stellte die Ergebnisse vor, nachdem Vera Lauber und Dirk Schubert vom Nova Institut das Leader-Programm und seine Möglichkeiten erläutert hatten. Ihr Büro soll die Bewerbung fachmännisch begleiten und hat dies schon erfolgreich in der Eifelregion bewerkstelligt.

Eine rege Diskussion entspann sich um die Namensgebung, unter der sich die neun Kommunen wiederfinden sollten. Indeland+ und Rheinisches Revier schlug die Steuerungsgruppe vor, doch dies war vielen nicht deutlich genug. Am Ende fand der Vorschlag von Jülichs Bürgermeister Heinrich Stommel die meiste Zustimmung und so wird über dem Antrag „Rheinisches Revier an Inde und Rur“ stehen – schließlich soll deutlich gemacht werden, dass die Region vom Tagebau geprägt wird und sich im Wandel befindet.

Dieser Wandel wird auch in den Themen, mit denen man arbeiten will, deutlich werden. Energie und Innovation ist der erste Bereich, in den auch Dinge wie erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit gepackt werden können. Weiterhin sollen die Bereiche Generationen und demografischer Wandel bearbeitet werden, wobei auch Aspekte wie Nahversorgung, Mobilität, ÖPNV und mehr Eingang finden können. Diese Bereiche waren von der Steuerungsgruppe vorgeschlagen worden, doch im Plenum kam ein weiterer dazu: Natur, Kultur und Tourismus sollten noch mit auf die Agenda gesetzt werden.

Zum Abschluss der Auftaktveranstaltung forderte Landrat Spelthahn die Teilnehmer auf, sich an den Arbeitsgruppen zu beteiligen und gleich in die entsprechenden Listen einzutragen. Am 1. und 2. Oktober werden diese erstmals tagen. Zügig soll an den Projekten und der Bewerbung gearbeitet werden, denn im Januar sollen die Anträge der Kommission vor liegen. „Wir sind heute durchgestartet. Der Auftakt war sehr zufriedenstellend. Aber wir wollen nicht nur mit unserer Bewerbung dabei sein. Wir wollen auch gewinnen“, gab er die Richtung vor.

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