Rettungseinsatz: Tagebaugegner ketten sich an Bagger

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Archivbild des Tagebaus Hamach: Hier haben die Aktivisten mehrere Schaufelradbagger besetzt. Foto: Oliver Berg, dpa

Hambach. In der Nacht zum Samstag haben Braunkohlegegner drei Schaufelradbagger im Tagebau Hambach besetzt, um gegen die Braunkohleförderung und -verstromung zu protestieren. Jeweils zwei bis vier Aktivisten waren zum Teil bis in die Spitze der Großgeräte geklettert und hatten sich in 70 bis 90 Metern Höhe festgekettet.

Auf Transparenten forderten sie den sofortigen Kohleausstieg und einen Rodungsstopp im Hambacher Forst. Zwei weitere Aktivisten wurden bei der versuchten Besetzung eines vierten Baggers in Gewahrsam genommen.

Tagebaubetreiber RWE Power hatte die Bagger, einer davon förderte Kohle, umgehend außer Betrieb genommen. „Sicherheit hat oberste Priorität“, betonte RWE-Sprecher Lothar Lambertz, der von einem nicht akzeptablen Eingriff in die Produktionsabläufe sprach, gegen „den wir mit allen Mitteln vorgehen werden“. Die Aktivisten hätten nicht nur ihre eigene Gesundheit fahrlässig gefährdet, sondern auch die der Tagebaumitarbeiter und Rettungskräfte.

Angesichts der extremen Hitze, die von der metallischen Wärmeabstrahlung der Bagger noch einmal verstärkt wurde, der Gefahr aufziehender Gewitter und der Höhe entwickelte sich über Stunden ein komplizierter Rettungseinsatz. Um ernste Gefahren für Leben und Gesundheit auszuschließen, habe akuter Handlungsbedarf bestanden, teilte die Polizei mit. Ärzte und Rettungskräfte wurden vorsorglich alarmiert. Nur dank enger Zusammenarbeit mit anderen Rettungsdiensten konnten bis 18 Uhr die letzten Besetzer aus ihrer demonstrativ gefährlichen Lage befreit werden.

Eine Frau und ein Mann leisteten nach Polizeiangaben beim Abseilen aus 90 Metern Höhe erheblichen Widerstand. Sie hätten damit auch die Rettungskräfte in Gefahr gebracht. Polizei und RWE erstatteten Anzeige. Insgesamt wurden zwölf Personen zur Identitätsfeststellung vorübergehend festgenommen, später aber wieder entlassen.

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