Projekt „Kids in Action” sagt Übergewicht bei Kindern den Kampf an

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Auch bei den Koordinationsübungen auf dem „Aeropad” offenbarte so manches Kind große Defizite.

Kreis Düren/Lendersdorf. Dass immer mehr Grundschulkinder lieber vor dem PC sitzen als Sport treiben und deshalb mit Übergewicht zu kämpfen haben, zeigen alljährlich die Einschulungserhebungen des Kreis-Gesundheitsamtes. Die Zahl adipöser Kinder wächst kontinuierlich. Wie kritisch die Situation bei einigen Jungs und Mädchen im Alter von acht bis zehn Jahren aber bereits ist, offenbarte die Eingangsuntersuchung des Kreissportbundes im Rahmen des NRW-weiten Modellprojekts „Kids in Action - Übergewicht war früher, Fit und Gesund ist heute”.

Blutzuckerwerte bis 190

KSB-Geschäftsführer Wolfgang Schmitz spricht von mehreren Fällen, bei denen das unter Aufsicht des KSB-Mediziners Dr. Hans Göntgen aufgenommene EKG alarmierende Werte auswies.

„Teilweise haben wir auch einen Blutzuckerwert von 180 bis 190 gemessen. Normal ist einer zwischen 60 und 110”, berichtet der Diplom-Sportlehrer nicht nur von erheblichen Defiziten im Bereich Kondition, sondern auch bei der Koordination der Bewegungsabläufe. „Das fängt beim Aufsetzen der Füße an. Es ist erschreckend, wie einige Kinder laufen.”

Nach Auswertung der Ergebnisse des Eingangstests wird der KSB 20 Jungs und Mädchen auswählen, die vom 3. bis 12. August an einer speziellen Ferienfreizeit teilnehmen.

Ziel ist es, mit gesunder und kindgerechter Ernährung gezielt abzunehmen und das mit dem Übergewicht einhergehende Bewegungsdefizit abzubauen. Deshalb steht neben gesundheitsorientierten Ausflügen täglich auch Schwimmen, Nordic Walking oder Klettern auf dem Programm.

Am Ende sollen die Kinder bereits ein bis zwei Kilo abgenommen haben. Und weil dabei die Familie eine wichtige Rolle spielt, sind Informationsabende fester Bestandteil des Projekts. Dabei erhalten die Eltern Tipps, wie sie ihrem Kind über das Projekt hinaus beim Abnehmen helfen können.

Mehr Sport im Ganztagesbereich

Dass ein Projekt mit 20 Kindern nur ein Tropfen auf dem heißen Stein darstellt, ist den KSB-Verantwortlichen bewusst. Deshalb fordert Wolfgang Schmitz, dass die Schuleingangsuntersuchungen bei auffälligen Kindern intensiviert werden. „Der KSB ist gerne bereit, das Gesundheitsamt zu unterstützen, um bereits frühzeitig bei Übergewicht gegensteuern zu können.”

Im Übrigen plädiert der KSB für eine Ausdehnung des Sportangebots im Ganztagesbereich der Grundschulen. „Denn dass auch übergewichtige Kinder Spaß haben, sich zu bewegen, haben unsere Tests gezeigt”, berichtet Gymnastiklehrerin Natalie Meyer.
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