Präsident der Bundesärztekammer kritisiert die Gesundheitspolitik

Von: bel
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Freuten sich über das Interesse der Zuhörer: Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Dr. Leonhard Hansen, Käthe Rolfink, Prof. Dr. Dietrich C. Gulba und Rolf Delhougne. Foto: bel

Kreis Düren. Als „großes Übel” bezeichnete Dr. Jörg-Dietrich Hoppe die zu Beginn der Rot-Grünen-Koalition im Jahr 1998/99 eingeläuteten strukturelle Veränderungen in der Gesundheitspolitik der Bundesrepublik.

Das planwirtschaftliche System der DDR sei 1990 mit Recht zu Grabe getragen worden, weil sich das Regime massiv in das Patient-Arzt-Verhältnis eingemischt habe. Das geschehe, sagte Hoppe, nun erneut. So sei mit der Einführung der „diagnosebezogenen Fallpauschale” nicht nur eine bewährte Vorgehensweise zu den Akten gelegt worden, sondern solche und ähnliche Veränderungen hätten auch eine mentale Wandlung mit sich gebracht. Das Klima sei rauer geworden.

Der Präsident der Bundesärztekammer sprach während einer Informationsveranstaltung des Gesundheitspolitischen Arbeitskreises der CDU im Kreis Düren (GPA) im Birgeler Brauhaus und versicherte den Besuchern, dass das Gesundheitswesen nicht durch ein zu hohes Einkommen der Ärzteschaft in Gefahr sei. Aus Sicht Hoppes drohe Gefahr vielmehr durch den Wandel der Alterspyramide und weil die Pharmaindustrie in Deutschland Preise fordere, die so in Nachbarländern nicht möglich seien.

Gefahr der Verschlechterung

Zugestehen musste Hoppe, dass die stationären Krankenhauskosten zu hoch sind. Doch durch heimliche Rationierung wie den Einsatz von weniger Personal, das Weglassen effektiver Arzneimittel und anderer Ressourcen verschlechtere sich das Gesundheitswesen.

Diesen Ausführungen konnte sich der zweite Referent des Abends, Dr. Leonard Hansen, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, größtenteils anschließen. Auch er forderte, dass sich der Staat aus dem Gesundheitswesen drastisch zurückziehe. „Die KVs dürfen nicht zu Resteverwertern werden”, prangerte er die jetzige Politik der Schwarz-Roten Koalition an. Viele Dinge wie die Honorarverteilung auf die Ärzte hätten in vielen ländlichen Bezirken zur ambulanten Unterversorgung geführt. Das müsse geändert werden. „Wir kranken an Eigenverantwortung und Solidarität!”, diagnostizierte Hansen.

Das Fazit: Alle Referenten und der Moderator Dr. Dietrich C. Gulba, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Krankenhaus Düren, forderten einen Politikwechsel im Gesundheitssystem.
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