Kreis Düren - Positive Bilanz: Job-com vermittelt 3650 Langzeitarbeitslose

Positive Bilanz: Job-com vermittelt 3650 Langzeitarbeitslose

Von: Jörg Abels
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Martina Forkel und Karl-Josef Cranen leiten die Job-com als Doppelspitze. Foto: Abels

Kreis Düren. Die Bilanz der kreiseigenen Job-com für das abgelaufene Jahr fällt positiv aus. Mit 3650 in den Arbeitsmarkt vermittelten Langzeitarbeitslosen liegt die Zahl 10,5 Prozent über der des Vorjahres. Zum Vergleich: 2013 vermittelte die Job-com „nur“ 2834 Langzeitarbeitslose.

Amtsleiterin Martina Forkel begründet den neuen Topwert mit den günstigen Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt, vor allem aber mit den in den vergangenen Jahren umgesetzten Maßnahmen, „die nun Früchte tragen“. Die Arbeitsvermittler schauen anders als früher nicht mehr nur auf die sogenannten Vermittlungshemmnisse, sondern insbesondere auf die Fähigkeiten jedes Einzelnen und setzen einen Schwerpunkt auf abschlussorientierte Qualifizierungsmaßnahmen. Beispiele sind die erfolgreichen Ausbildungen zum Lokführer (mit der Rurtalbahn) und im Sicherheitsgewerbe (mit der Dekra).

Und was Landrat Wolfgang Spelthahn besonders in den Mittelpunkt stellt: Die Arbeit der Job-com wirkt nachhaltig. Zwei Drittel aller vermittelten Langzeitarbeitslosen (aktuell mehr als 67 Prozent) bleiben mindestens sechs Monate im neuen Job, viele auch deutlich länger. Damit liegt die Job-com über dem NRW-Durchschnitt, betont Spelthahn. In diesem Zusammenhang machen sich auch die 21 neuen Stellen im Amt bemerkbar, die 2014 geschaffen wurden. Denn: Mehr Personal heißt mehr Betreuung und bessere Integration. Unterm Strich steht 2016 bei der Job-com sogar eine Kostenersparnis für den Kreishaushalt von 1,8 Millionen Euro zu Buche.

Zum Jahresende hat das Amt noch 11.268 Bedarfsgemeinschaften im Kreis Düren mit 15.750 erwerbsfähigen Personen finanziell unterstützt. Das sind trotz der knapp 700 seit Mai 2015 hinzugekommenen Flüchtlinge weniger als vor Jahresfrist (11.424/ 15.911). Gut 4500 Männer und Frauen müssen vom Amt unterstützt werden, obwohl sie arbeiten; die meisten (64 Prozent), weil sie nur einen Mini-Job haben, aber auch acht Prozent, die vollerwerbstätig sind. Trotz Mindestlohn eine unbefriedigende Situation, betonen Martina Forkel und ihr Amtsleiterkollege Karl-Josef Cranen. Dass auch die Kunden mit der Arbeit der Job-com zufrieden sind, belegt Cranen mit Zahlen. Von knapp 85.000 Hartz-IV-Leistungsbescheiden wurde 2017 nicht einmal einem Prozent (748) widersprochen. Und davon war nur ein Drittel fehlerhaft, betont Cranen. Von 137 Klagen hat der Kreis 75 Prozent gewonnen.

Eine der größten Herausforderungen der Job-com ist die Integration der anerkannten Flüchtlinge, deren Zahl 2017 mit der Umsetzung der Wohnsitzauflage in NRW zur Entlastung der Ballungsräume noch einmal deutlich steigen wird. Die vor allem aus Syrien, dem Irak und Eritrea stammenden Menschen sind in den seltensten Fällen so gut ausgebildet, dass sie gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Drei Viertel haben keinen anerkannten deutschen Schulabschluss, kaum seltener fehlt eine abgeschlossene berufliche Qualifikation, von mangelnden Sprachkenntnissen ganz zu schweigen, betont Cranen. Ihnen versucht die Job-com mit einem Bündel an miteinander verbundenen Maßnahmen zu helfen. „Sie bringen großes Potenzial mit, wenn wir sie richtig unterstützen“, betont Martina Forkel, der Prozess aber brauche Zeit.

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