Polizisten im Kreis Düren fordern zusätzliches Personal

Von: sj
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Gerd Königs ist Kreis-Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. Foto: Johnen

Kreis Düren. Weniger Polizisten haben mehr Aufgaben zu meistern. So lässt sich in einem Satz zusammenfassen, was Gerd Königs und seine Kollegen beschäftigt. Königs ist Vorsitzender der Kreisgruppe Düren der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Ab dem Jahr 2017 wird die Zahl der pensionierten Kollegen die der neuen Gesichter im Kreis Düren voraussichtlich erstmals überschritten haben.

„In den vergangenen zehn Jahren sind zudem viele neue Aufgaben hinzugekommen, die wir ohne zusätzliches Personal stemmen müssen“, fügt er hinzu. Darunter fallen beispielsweise die Internet-Kriminalität, aber auch die „Rocker-Szene“, die im Auge behalten werden müsse.

Die Gewerkschaft der Polizei in NRW fordert deswegen auch die Ausbildung von mindestens 1800 neuen Polizisten pro Jahr. Deutlich mehr, als die 1500 jungen Beamten, die in NRW derzeit jedes Jahr in den Beruf starten. „Es wird Zeit, im Land NRW ernsthaft darüber nachzudenken, Aufgaben abzugeben“, unterstützt auch Gerd Königs die Forderungen von GdP-NRW-Chef Arnold Plickert, bisherige Polizeiaufgaben beispielsweise an Ordnungsämter abzugeben. Ein Beispiel könnten Ruhestörungen sein. „Irgendwann ist die Belastungsgrenze erreicht“, sagt Königs. Das Thema Terrorgefahr wolle er dabei gar nicht erst anführen.

Karl-Heinz Adels, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Düren, sieht diesen Vorschlag der Polizeigewerkschaft kritisch. Am Beispiel der vermeintlich einfachen Aufgabe der Ruhestörungen verdeutlicht er seine Bedenken: „Hinter vielen Ruhestörungen stecken auch alkoholisierte Menschen und Aggressionen.“ Schnell könne eine solche Situation eskalieren. Das Ordnungsamt allein könne diese Aufgabe derzeit nicht übernehmen. „Es gibt momentan keine einheitliche Ausbildung der Mitarbeiter. Wir sind nicht so qualifiziert wie die Polizei“, betont der Amtsleiter.

Derzeit gebe es Bemühungen, bundesweit die Ausbildung von Ordnungsamtsmitarbeitern anzugleichen und verbindliche Standards zu schaffen. „Dieser Prozess hat gerade erst begonnen“, sagt Adels. In der Stadt Frankfurt beispielsweise würden Mitarbeiter des Ordnungsamtes „bis auf Kapitaldelikte“ beinahe alles übernehmen, was in anderen Städten zur Polizeiarbeit zählt.

Ohne landesweit verbindliche Regelungen, Aufgabenverteilungen und Vorgaben für die Ausbildung sei dies aber nicht möglich, betont Adels. „Mit der Frage der Qualifizierung wird auch die Frage der Bezahlung auf den Tisch kommen“, sagt er. Denn während ein junger Kommissar ein Fachhochschulstudium absolviert habe, arbeiteten im Ordnungsamt viele Mitarbeiter mit unterschiedlichen Ausbildungshintergründen. Das mache sich auch bei der Besoldung bemerkbar.

„In Düren setzen wir auf eine Zusammenarbeit mit der Polizei“, unterstreicht Karl-Heinz Adels. Gemeinsame Streifengänge von Ordnungsamt und Polizei gehörten ebenso dazu wie Kontrollen am Dürener Bahnhof. Wochentags seien die Mitarbeiter seines Amtes von 7 bis 22 Uhr auf der Straße präsent, an Wochenenden bis 2 Uhr morgens. „Hinzu kommen viele Großveranstaltungen in der Innenstadt und Sonntagstermine“, zählt er auf. Mit zehn Außendienstmitarbeitern sei damit für das Ordnungsamt die Grenze des Möglichen erreicht.

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