Polizei verstärkt ihre Präsenz auf der Annakirmes

Von: Jörg Abels
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Handy und Lageplan sind in diesen Tagen für Achim Greiff die wichtigsten Utensilien. Das Telefon des Annakirmes-Platzmeisters steht selten länger als ein paar Minuten still. Foto: Abels
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Es geht hoch hinaus: Der „Event Tower“ und der 80 Meter hohe „Sky Fall“ sind bereits aufgebaut. Foto: Abels

Düren. Nach den jüngsten Terroranschlägen in Nizza und im fränkischen Anspach, dem Axtangriff in einer Regionalbahn bei Würzburg und dem Amoklauf von München wird die Dürener Polizei ihre personelle Präsenz auf der am Samstag beginnenden Annakirmes noch einmal erhöhen.

Das kündigte eine Sprecherin der Behörde am Montag an. Das gilt für den Einsatz von uniformierten Beamten wie für zivile Einsatzkräfte. Auch die Zufahrten zum Rummel sollen während des neuntägigen Volksfestes, zu dem wieder rund 800.000 Besucher erwartet werden, verstärkt kontrolliert werden, kündigte Platzmeister Achim Greiff von der Stadt Düren nach einem Abstimmungsgespräch mit der Polizei an, ohne auf Details eingehen zu können. „Was und wie ist Polizeisache.“

Auf den sichtbaren Einsatz von Maschinenpistolen wie am vergangenen Freitagabend beim Feuerwerk auf der Düsseldorfer Rheinkirmes aber will die Dürener Polizei erst einmal verzichten. „Das ist zurzeit nicht angedacht“, erklärte Polizeisprecherin Ingrid Königs auf Anfrage, könne sich aber je nach Lageentwicklung natürlich auch noch ändern. Aktuell, und das betonte Königs ausdrücklich, gebe es keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung. Nichtsdestotrotz bittet die Polizei alle Besucher schon jetzt, verdächtige Beobachtungen unverzüglich unter Telefon 110 zu melden und auf große Taschen wie zum Beispiel Rücksäcke beim Rummelrundgang zu verzichten.

Auch die Stadt wird an den besonders besucherstarken Tagen die Zahl der privaten Sicherheitskräfte noch einmal erhöhen. „In Spitzenzeiten werden bis zu 25 Mann im Einsatz sein, um die Flucht- und Rettungswege freizuhalten“, kündigt Achim Greiff an. Seit der vergangen Woche ist der Platzmeister von morgens bis abends vor Ort, das Handy immer am Ohr, den Lageplan der Annakirmes in den Händen. Mal meldet sich ein Schausteller bei Greiff und fragt, wo genau er sein Geschäft oder Karussell aufbauen kann, mal hofft einer darauf, bei der Restplatzvergabe noch berücksichtigt zu werden, ein Dritter fragt nach einem Plätzchen für seinen Wohnwagen.

Mal kann der Platzmeister direkt weiterhelfen, mal muss er den Schausteller vertrösten. Trotzdem wirkt Greiff entspannt. Bislang ist der Aufbau sehr ruhig verlaufen“, betont er. Selbst die Nachricht von einem neuerlichen Wasserrohrbruch kann ihn diesen Tagen nicht aus der Ruhe bringen. „Wir hatten Glück, dass kein Fahrgeschäft auf der defekten Stelle stand“, berichtet Greiff.

Wasserrohrbrüche sind im Vorfeld der Annakirmes keine Seltenheit. Nicht alle Leitungen unter dem Platz werden ganzjährig benötigt. Einige werden nur Während des Maimarktes, der Annakirmes und dem einen oder anderen Zirkusgastspiel benötigt. Für Greiff steht fest, dass das zum Teil noch aus den 60er Jahren stammende Wasserleitungsnetz mittelfristig erneuert werden muss, soll der Annakirmesplatz noch viele Jahre genutzt werden. „Bei dieser Gelegenheit könnten wir dann auch Leitungen für eine zentrale Beschallungsanlage verlegen“, erklärt der Platzmeister – auch wieder mit Blick auf das Sicherheitskonzept. Die Möglichkeit, alle Besucher gleichzeitig über eine etwaige Gefahrensituation zu informieren, besteht derzeit nur über eine Sirenenanlage.

Viele Großfahrgeschäfte sind bereits komplett aufgebaut, am „Europarad“ fehlen nur noch die Gondeln. Die letzten großen Lückenwerden werden spätestens am heutigen Dienstag geschlossen, wenn die Schausteller, die mit ihren Fahrgeschäften bis Sonntagabend noch in Düsseldorf im Einsatz waren, Düren erreichen. Dazu zählt unter anderem die Neuheit „Infinity“, das höchste transportable Loopingkarussell der Welt.

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