Kreis Düren - Patientenverfügung: „Es gibt starke Verunsicherung”

Patientenverfügung: „Es gibt starke Verunsicherung”

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Kreis Düren. Die Veranstaltung zum Thema „Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht - Jetzt handeln”, zu der die Hospizbewegung Düren-Jülich eingeladen hatte, war schon im Vorfeld ausgebucht.

Mehr als 70 Teilnehmer folgten dem Vortrag von Dr. Michael Jüttner, langjähriger Betreuungsrichter am Amtsgericht Düren. „Ich bin seit 30 Jahren verheiratet. Wieso kann ich nicht entscheiden, wenn es um meine Frau geht?” Das war eine der ersten Fragen, die aus der Zuhörerschaft kam. „Weil der Gesetzgeber es so geregelt hat”, antwortete Jüttner. Er fügte hinzu: „Wenn es um Ihr Bankkonto ginge, wären Sie doch sicher auch nicht einverstanden, wenn Ihre Frau einfach ohne ihre Zustimmung Geld abholen würde, oder?” Gelächter im Saal. Diese Antwort leuchtete dem Zuhörer sofort ein. Trotz des schwierigen Themas an diesem Abend lockerte sich die Stimmung.

Schritt für Schritt erklärte Jüttner anhand eines Vordrucks, welchen Sinn und Zweck eine Vorsorgevollmacht hat. Jeder Volljährige kann damit Personen seines Vertrauens bevollmächtigen, für ihn zu handeln, falls er selbst dazu nicht mehr in der Lage sein sollte. Die Aufgabenbereiche reichen von der Bestimmung des Wohnorts über ärztliche Maßnahmen bis hin zur Vermögensfürsorge. Ohne eine Vollmacht wird das Betreuungsgericht eingeschaltet, wenn der Betroffene nicht mehr selbst entscheiden kann.

Rechtzeitig handeln

Natürlich würden in diesem Fall meist die Angehörigen vom Gericht als Betreuer bestimmt. Sie sind dann aber verpflichtet, Rechenschaft abzulegen und unterliegen der Kontrolle des Gerichts. Um das zu vermeiden, sollte jeder rechtzeitig handeln.

Nach der Vorsorgevollmacht erläuterte Jüttner die Patientenverfügung. Dabei unterstützte ihn der Palliativmediziner Dr. Martin Franke, Vorsitzender der Hospizbewegung Düren-Jülich. Anders als die Vorsorgevollmacht sei eine Patientenverfügung nicht zwingend erforderlich. „Jeder muss selbst für sich entscheiden, ob er in guten Zeiten für den Fall der eigenen Handlungsunfähigkeit verbindliche Regelungen für die Ärzte festlegen will”, erläuterte Jüttner.

Er riet, sich für diese Entscheidungen Zeit zu lassen und sich mit den Fragestellungen rund um die medizinischen Möglichkeiten und Grenzen zu befassen. Empfehlenswert sei es in jedem Fall, die Patientenverfügung regelmäßig mit Unterschrift zu aktualisieren. Dadurch werde sichergestellt, dass die Verfügung tatsächlich dem Willen des Erstellers entspricht und für die Ärzte entsprechend verbindlich ist. Auch zur Patientenverfügung hielt die Hospizbewegung Infomaterial und Mustervordrucke bereit.

Wegen der großen Resonanz plant die Hospizbewegung Düren-Jülich nun eine weitere Veranstaltung. „Bei diesem Thema herrscht immer noch viel Verunsicherung und Aufklärungsbedarf”, sagt Dr. Franke.
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