Ortsgruppe Langerwehe des Eifelvereins plant Strecke zur Laufenburg

Von: Gudrun Klinkhammer
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Die Laufenburg ist das Ziel der Wanderung, die die Ortsgruppe Langerwehe des Eifelvereins vorschlägt. Foto: Gudrun Klinkhammer

Langerwehe. Der Wald im Herbst: Märchenhaft bunt, von Wind umspielt und voller Leben. Eichhörnchen sammeln noch schnell die letzten Haselnüsse und Bucheckern, bevor der Winter losgeht. Kinder lesen gedankenversunken mit kleinen Händen glänzend braune Kastanien auf und Wanderer setzen staunend einen Fuß vor den anderen.

Die Wanderung, die die Eifelvereins-Ortsgruppe Langerwehe empfiehlt, führt zum großen Teil durch herbstliches Waldgebiet. Vom Parkplatz am alten Sportplatz in Langerwehe geht es zunächst hinab in das romantische Schönthal. Dieses langgezogene Tal, durch das der Wehebach fließt, liegt am Nordrand des Naturparks Hohes Venn-Eifel, etwa 147 Meter über dem Meeresspiegel.

Vom 16. bis in das 20. Jahrhundert hinein war an dieser Stelle am Wehebach ein industrielles Zentrum der Messingindustrie beheimatet. In mehreren Hammerwerken wurde das Metall verarbeitet. Im 19. Jahrhundert gesellte sich die Nadelfabrikation hinzu.

Mit dem Ersten Weltkrieg endete die Geschichte der Industrie in Schönthal.

Die nächste Station, an der es märchenhaft zugeht, ist der Orchelsweiher. Walter Mainz, Vorsitzender der Eifelverein Ortsgruppe Langerwehe, weiß zu berichten: „Es geht die Sage, dass bei Sonnenschein eine große, uralte Schildkröte dem Wasser entsteigt und sich auf der Insel im Orchelsweiher sonnt.“

Dauerhaft sichtbar dagegen sind die vielen Seerosen, die in den Sommermonaten herrlich blühen. Hauptanlaufpunkt des Weges ist die Laufenburg. Fünf Türme reckten vom betagten Gemäuer einst in den Himmel hinein, vier davon sind heute noch gut sichtbar. Die Gründungsgeschichte der Laufenburg liegt ebenso im Dunkeln wie die Geschichte des benachbarten Klosters Wenau. Möglicherweise wurde die Burg im 12. Jahrhundert erstmalig bezogen. Die Herzöge von Limburg spielten für die Geschichte von Burg und Kloster zunächst eine maßgebliche Rolle. Die Laufenburg wanderte fortan von einem adeligen Haus zum nächsten.

1841 kam sie in bürgerliche Hände: Der Bankier Eduard Roßbach aus Barmen ehelichte die letzte adelige Erbin, Maria Anna von Roth. 1883 verkaufte Roßbach das Gemäuer an ein Mitglied der Fabrikantenfamilie Hoesch. Seit 1917 gehört die 38 mal 24 Meter große Burganlage aus Bruchsteinmauerwerk der Familie Prym aus Stolberg. Seit 1952 pachtet die Familie Esser Gebäude und Gelände, um Gäste zu bewirten und Rinder zu züchten.

Die märchenhafte Wanderung gipfelt nicht nur vom Wegeprofil her an der Laufenburg. Tatsächlich ist sie auch von der Wegedramatik her der absolute Gipfel. Unzählige Geschichten, Mythen und Sagen sind an dieser Stelle vorstellbar, der Fantasie werden keine Grenzen mehr gesetzt. So können die Wanderer auf dem Rückweg die Gedanken schweifen lassen.

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