Oliver Krischer: Gedanklich bereits auf Berlin eingestellt

Von: Andreas Bongartz
Letzte Aktualisierung:
krischer-bu
Möchte auch als Bundestagsabgeordneter in der Kommunalpolitik geerdet bleiben: der Dürener Grünen-Politiker Oliver Krischer. Foto: Bongartz

Kreis Düren. Zu sagen, Oliver Krischer weile in Gedanken schon in der Berlin, wäre wohl eine Übertreibung. Gleichwohl, gedanklich hat er sich bereits darauf eingestellt, demnächst bei Plenardebatten im Bundestag mitzumischen.

Dass der Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen in Düren nämlich nach der Wahl am 27. September als Bundestagsabgeordneter der Grünen nach Berlin geht, ist eigentlich keine offene Frage.

Als Direktkandidat der Grünen im Wahlkreis Düren zur Bundestagswahl verfügt Krischer über einen mehr als komfortablen achten Platz auf der Landesreserveliste seiner Partei. „Wenn ich am 27. September nicht in den Bundestag kommen sollte, dann hätten wir Grünen ein riesiges Problem. Dann würden wir nämlich an der Fünf-Prozent-Hürde knapsen”, meint denn auch Krischer selbst.

Der 40-Jährige wäre damit der erste grüne Bundestagsabgeordnete im Kreis Düren überhaupt. „Eine tolle Sache für die Grünen im Kreis”, findet Krischer. Und eine tolle Sache für ihn selbst: „Demnächst ein Teil der politischen Entscheidungsprozesse im Land zu sein - das ist schon eine faszinierende Vorstellung.”

Eine Entwicklung, die der Grünen-Politiker so nie geplant hatte. „Ich habe nie gesagt, jetzt gehe ich in den Landtag, als nächstes in den Bundestag. Das sind alles Dinge gewesen, die sich so ergeben haben”, bekundet Oliver Krischer.

„So ergeben” hat sich wohl auch seine Mitgliedschaft bei der Ökopartei. Ende der 80er schaute ein zwanzigjähriger Oliver Krischer aus Neugier bei der Ortsverbandsgründung der Grünen in der lokalen Dorfkneipe seines Heimatortes Hergarten in der Stadt Heimbach vorbei - der Anfang eines langes Weges in der Umweltpartei.

Dass er jetzt von seinen Parteikollegen so aussichtsreich auf der Reserveliste platziert wurde, dass führt Krischer unter anderem auf seine langjährige Arbeit für die Grünen zurück. Seine Themenschwerpunkte sind die Klima- und Energiepolitik und in diesen Bereichen möchte der Politiker in Berlin auch Zeichen für den Kreis Düren setzen.

Sein Ziel: Die Region soll grüner werden, weg vom Image der Braunkohle, hin zu erneuerbaren Energien.

Oliver Krischer hat da eine ehrgeizige Vision: „Spätestens Mitte des Jahrhunderts will ich eine hundertprozentige Versorgung mit erneuerbaren Energien im Kreis Düren erreichen.”

Klar, dass man da dicke Bretter bohren muss, aber mit dem Jülicher Forschungszentrum und Solarkraftwerk gäbe es schon erste positive Ansätze im Kreis. Außerdem seien Visionen in der politischen Arbeit wichtig. Krischer: „Man muss wissen, wo man hin will.”

Seit 20 Jahren macht Krischer grüne Politik

1969 in Zülpich geboren, aufgewachsen in Hergarten bei Heimbach in der Eifel, lebt Oliver Krischer mit seiner Frau und zwei Söhnen in Düren. Sein Abitur baut er am städtischen Gymnasium in Schleiden, danach studiert er Biologie an der RWTH Aachen. Er ist seit 1989 Mitglied der Grünen, seit 1994 Mitglied des Kreistags und seit 2005 Kreisvorsitzender der Grünen.

Von 1997 bis 2002 war er Mitarbeiter von Michaele Hustedt, MdB. Seit 2002 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Grünen Landtagsfraktion NRW und dort unter anderem zuständig für die Themen Klima, Energie und Landwirtschaft.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert