„Null Alkohol, voll Power“: Es geht auch lecker ohne Promille

Von: ptj
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Inden/Altdorf. Wer das Schülercafé der „Goltsteinschule“ in der Pause betritt, dem läuft das Wasser im Munde zusammen. Appetitliche Cocktails, stilecht wie in der Disco mit gefärbtem Zucker am Gläserrand, mit frischen Früchten und Papierschirmchen garniert, locken die Schüler in Scharen.

Natürlich sind die Drinks ohne Alkohol, denn nur „100 Prozent alkoholfrei ist 100 Prozent Spaß“.

So heißt es in der bundesweiten Anti-Alkohol-Kampagne „Null Alkohol, voll Power“ für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren. Zum kleinen Preis von je 50 Cent stehen drei alternative Geschmacksrichtungen bereit. „KiBa“ ist Kirsch- und Bananensaft mit einer großen Banane, „Goldener Oktober“ ist aus Preiselbeersirup mit Pfirsichnektar und Ananassaft zusammengemixt und die „Fruchtbombe“ besteht aus Kirsch-, Ananas- und Zitronensaft und Kirschsirup. Die ausliegende Info-Broschüren der „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ enthalten noch etliche Cocktailrezepte zum Selbermixen für alle Jahreszeiten.

Neben jeder Menge Information darüber, dass Alkohol vor allem für Jugendliche niemals risikoarm ist, hilft die Aktion auch im Gruppenzwang und liefert Gegenargumente wie: „Ich muss noch knutschen“, oder „Lieber fit statt breit und fett“.

Wie stehen die Goltstein-Schüler in ihrem Leben zum Thema Alkoholkonsum? „Ab und zu auf einer Party kann man das mal machen, aber nicht andauernd“, sagt die 14-jährige Lea Amberg. „In der Schule ist es überhaupt nicht gut, Alkohol zu trinken. Und sonst ist es ja eigentlich auch nicht gesund für den Körper“, meint Alina Krischer.

Die Kampagne, die bundesweit bereits seit Jahren läuft, fand nun zum ersten Mal im Rahmen der Projektwoche in der Goltsteinschule statt, in Kooperation mit der Drogenberatung Düren. „Wenn das jetzt gut läuft, machen wir das noch mal“, da sind sich Andrea Hoven von der Drogenberatung und Schulsozialarbeiterin Michaela Daniel einig. Zur Kampagne zählte auch eine Drogenprophylaxe im Vorfeld.

Wie sieht die Situation im Kreis Düren aus? Als „allgemeine Risiken“ benennt Hoven Alkohol, Schischa (Wasserpfeife arabischen Ursprungs) und Cannabis. Dabei werde Alkohol als so normal angesehen, dass es „schwierig ist, dagegen anzukämpfen“. Die Schischa gilt durch ihren Effekt der Wasserkühlung als gesünder als anderer Tabakkonsum, was aber nicht stimmt: Man rauche durch die Tiefe der Inhalation und die Länge der gemütlichen Schischa-Runde „sehr viel intensiver als eine Zigarette“. Während die Hippies früher eher „Bio-Cannabis“ geraucht haben, sei der THC-Gehalt (Tetrahydrocannabinol) durch künstliche Zusätze inzwischen deutlich gestiegen. Folgen könnten Cannabis-induzierte Psychosen sein.

Schmackhafte Rohkost

Seit einem halben Jahr bietet die Goltsteinschule im Übrigen montags und dienstags im Schülercafé kostenlosen Rohkostverzehr an. Die Schüler mit Begeisterung nicht nur Apfel- und Bananenenscheiben und Trauben, sondern auch Tomaten-, Paprika- und Kohlrabistreifen. „Viele kannten das überhaupt nicht“, betont Michaela Daniel. „Leider bekommen wir das über die Krankenkasse nicht finanziert...“, bedauert sie.

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