NRW-Umweltminister eröffnet barrierefreien Pfad im Kermeter

Von: Gudrun Klinkhammer
Letzte Aktualisierung:
8037770.jpg
Auf Brettern durch den Kermeter: Am Freitag ist der barrierefreie „Wilde Weg“ im Nationalpark Eifel eröffnet worden, der vom 2011 eröffneten barrierefreien Wanderweg zur Hirschley abzweigt. Die ersten 250 von insgesamt knapp 1500 Metern führen über einen Holzsteg. Foto: G. Klinkhammer

Heimbach/Schleiden. Der Nationalparkverwaltung ist es in den vergangenen Jahren gelungen, mit einem an sich ja erfreulichen Projekt wie dem Nationalpark Eifel vergleichsweise viele Negativ-Schlagzeilen zu produzieren, zuletzt durch großflächige Kahlschläge, die bei Wanderern und Anwohnern für Empörung sorgen.

Am Freitag aber war die Eifeler Holzschlacht ausnahmsweise mal kein Thema, als die Nationalparkverwalter und NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) den barrierefreien Naturerkundungspfad „Wilder Kermeter“ eröffneten, und der ist nun in der Tat sehr schön geworden.

Der Pfad liegt relativ genau auf der Stadtgrenze zwischen Heimbach und Schleiden, am Parkplatz „Kermeter“, wo 2011 bereits der erste barrierefreie Wanderweg des Nationalparks eröffnet worden ist. Wie eine Film-Kulisse schlängelt sich der Pfad über 1500 Meter hinweg durch eine vorzeigbare Bilderbuch-Natur. Zunächst auf einem 210 Meter langen Holzsteg, später auf einem rollstuhltauglichen Waldweg. Vorbildlich werden zehn Erlebnisstationen am Wegesrand präsentiert.

Mit Texttafeln, die zusätzlich mit Blindenschrift versehen sind, können die Besucher das, was in diesem Teil des Nationalparks Eifel und in der Natur generell vor sich geht, buchstäblich begreifen, an jeder Station etwas anderes. Die Auswirkung von Wind und Sturm wird ebenso thematisiert wie der Durchmesser von alten Bäumen oder auch das Aufkommen verschiedener Tierarten.

Wem an einer Station, die die Silhouette eines Braunbären zeigt, der Schreck durch die Glieder fährt, kann sich schnell wieder beruhigen. Im Nationalpark Eifel gibt es keine Bären, jedenfalls nicht mehr. Menschen mit Sehbehinderung können sich an Seilen und Geländern festhalten und vortasten. Das alles war nicht besonders günstig, der „Wilde Weg“ hat 1,1 Millionen Euro gekostet, den die EU und das Land NRW bezahlt haben. Nationalparkchef Henning Walter versichert, dass ausschließlich heimisches Holz verbaut worden ist.

Kurz vor dem Ende des „Wilden Weges“ erwartet die Besucher eine Forscherstation in Form eines offenen Holzgebäudes, das ebenfalls mit erklärendem Material bestückt ist. Die Station liegt paradoxerweise an einer dieser kahlgeschlagenenen Flächen, die der Nationalparkverwaltung so viel Kritik einträgt. Pflanzen wie der giftige Fingerhut, der zu den Gewächsen gehört, die als erste auf kahlgeschlagenen Flächen wieder wurzeln, recken ihre roten Blütenkelche in den Wind.

Am Freitag war erneut die Rede davon, dass die wichtigste Aufgabe der Nationalparkverwaltung sei, Natur Natur sein zu lassen, so oder so ähnlich steht es auch auf Schildern am „Wilden Weg“. Angesichts dieses Mantras kann man als Besucher natürlich schon auf die Idee kommen, dass Naturerkundungspfade in Nationalparks eigentlich ebenso wenig verloren hat wie Kahlschlagkommandos, aber darüber wollte natürlich niemand diskutieren.

Remmel, oberster Dienstherr der Nationalparkverwalter, war im Gegenteil voll des Lobes über die Arbeit im Nationalpark und fühlte sich zum Zitieren von Kafka und Brecht animiert. Am Ende einer Ansprache sagte er, der „Wilde Weg“ mache „die Bedeutung des Nationalparks auf beeindruckende Weise erlebbar“. Es gab Applaus.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert