Notunterkunft Gürzenich-Wald wird erweitert

Von: Jörg Abels
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Der Kreis Düren wird die jeweils 70 kurzfristig von der Bezirksregierung Köln von ihm und allen Städten und Gemeinden geforderten Notunterkunftsplätze für Flüchtlinge in der ehemaligen Kaserne Gürzenich-Wald einrichten. Foto: Jörg Abels

Kreis Düren/Gürzenich. Der Kreis Düren wird die jeweils 70 kurzfristig von der Bezirksregierung Köln von ihm und allen Städten und Gemeinden geforderten Notunterkunftsplätze für Flüchtlinge bis Jahresende in der ehemaligen Kaserne Gürzenich-Wald einrichten.

Das ist das Ergebnis einer Krisensitzung der Bürgermeister mit Landrat Wolfgang Spelthahn. Das heißt: Entwarnung in den Kommunen, die nach dem überstürzten Hilferuf aus Köln übers Wochenende zum Teil bereits alle Hebel in Bewegung gesetzt hatten, um ein Gebäude zu finden, aber schlichtweg mit den erforderlichen Rahmenbedingungen einer Notunterkunft überfordert waren.

„Es wäre in jeder Hinsicht unsinnig, dezentral 15 mal 70 Plätze für Menschen zu schaffen, die weder registriert noch medizinisch untersucht sind“, betonte Spelthahn. Kosten und Aufwand auch für die Betreuung und Verpflegung stünden in keinem Verhältnis. Der Landrat verständigte sich mit den Bürgermeistern, dass der Kreis eine Stellungnahme an die Bezirksregierung schickt, in der auch das „Unverständnis für die Vorgehensweise“ deutlich gemacht wird. Zum Beispiel sei die kleinste Stadt NRWs, Heimbach, mit der größten, Köln, gleichgesetzt worden.

Einige Bürgermeister hatten am Freitag erst in einem Anruf unserer Zeitung von dem rechtlich schwer einzuschätzenden Schriftstück aus Köln erfahren, das nicht in allen Rathäusern angekommen war. „Wir betrachten das Schreiben als Bitte um Hilfe“, betonte der Landrat. Der wollen die Städte und Gemeinden mit dem Kreis gerne nachkommen. „Wir werden aber deutlich machen, dass damit für die Kommunen im Kreis Düren das Ende der Fahnenstange erreicht ist.“ Spelthahn fordert die Bezirksregierung auf, die zusätzlichen Notunterkunftsplätze allen Kreiskommunen bei der Zuweisung von Flüchtlingen im laufenden Asylverfahren anzurechnen.

In der von den Maltesern betreuten Notunterkunft Gürzenich-Wald sind aktuell 404 Plätze belegt. Die Kapazitäten dort reichen für 1500 Flüchtlinge aus, so dass die 1120 zusätzlich angekündigten Flüchtlinge untergebracht werden können. Dazu kommen 500 Notunterkunftsplätze in Linnich und 150 am Cornetzhof in Düren. Darüber hinaus will die Stadt Jülich 1000 Plätze im mit Niederzier und Titz geplanten Gewerbegebiet „Merscher Höhe“ einrichten.

Spelthahn bat um Verständnis, dass die jetzt präsentierte Lösung Gürzenich-Wald nicht bereits am Freitag angedeutet wurde. „Wir haben die Zeit benötigt, um alle Akteure zu befragen, ob wir das dort auch wirklich schaffen können“, betonte der Landrat. In Richtung Berlin machte er deutlich, dass die bloße Aussage „Wir schaffen das!“ nicht ausreiche. „Auch die Rahmenbedingungen für eine menschenwürdige Unterbringung müssen gewährleistet sein.“

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