Kreis Düren/Inden - Nordkreiskommunen wollen in zehn Schritten zur Kooperation

Nordkreiskommunen wollen in zehn Schritten zur Kooperation

Von: ng
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Kreis Düren/Inden. Gemeinsam ist man stark - das haben die Bürgermeister des Nordkreises erkannt und die Bereitschaft zu einer interkommunalen Zusammenarbeit bekundet.

Seit einem Jahr setzen sich die Städte und Gemeinden mit der Thematik auseinander. In der Bürgerhalle von Inden/Altdorf kamen jetzt zu einer Informations- und Auftaktveranstaltung zur Intensivierung der Zusammenarbeit Mitglieder der Stadt- und Gemeinderäte aus Jülich, Aldenhoven, Linnich, Titz, Inden, Langerwehe, Merzenich und Niederzier zusammen. „So viel kommunalen Sachverstand hat man in diesen Räumen selten gesehen”, begrüßte Indens Bürgermeister Ulrich Schuster die Lokalpolitiker.

Um dieses Ziel zu erreichen referierte Professor Klaus Deckert von der Unternehmensberatung Deckert Management Consultants zum Thema. Deckert sei auf dem Gebiet der interkommunalen Zusammenarbeit besonders bewandert, sagte Schuster, denn er habe das vom Land NRW geförderte Pilotprojekt zur interkommunalen Zusammenarbeit in den Gemeinden Hückeswagen, Marienheide und Wipperfürth geleitet, für die sich durch ihre Zusammenarbeit ein jährliches Einsparpotenzial von 1,5 Millionen Euro ergeben hat.

„Dieses Einsparungspotenzial unterstreicht die Sinnhaftigkeit einer Kooperation - allerdings werden die Einsparungspotenziale nicht jede finanzielle Lücke schließen”, betonte der Professor in seinem Vortrag. „Die Zusammenarbeit von Kommunen existiert, seitdem sie selbst existieren.

Aber dieses Projekt ist trotzdem neu. Die Handlungsfelder für überregionale Verwaltungskooperation, die Rahmenbedingungen durch moderne Informationstechniken und zunehmende Veränderungsbereitschaft sind neu. Die Städte und Gemeinden sollen voneinander und miteinander lernen, schneller werden und auf diesem Weg auch sparen”, so Deckert.

Grundsätzlich, so erklärte der Berate , gebe es in jeder Gemeinde zwei Kostenpunkte, die besonders ins Gewicht fielen und bei der es bei einer Kooperation der Gemeinden Einsparungspotenzial gebe: Der Bauhof und das Gebäudemanagement.

Allerdings wäre es wenig sinnig, wenn einzelne Gemeinden nun ins Blaue hinein miteinander zusammenarbeiteten - deshalb stellte Deckert ein Rezept vor, wie man in zehn Schritten zur optimalen Kooperation gelangt: Der erste Schritt, den die Gemeinden machen müssten, sei die Abstimmung eines Projektziels. Anschließend seien die Einsatzmöglichkeiten der Zusammenarbeit zu prüfen und die sich daraus ergebenden Vorteile auszuschöpfen, sagte Deckert. Erst dann können die Einzelprojekte definiert werden.

Auch dabei ergeben sich große Unterschiede in Umsetzung und Realisierung, erklärte der Fachmann. „Während sich die Zusammenlegung der kommunalen Standesämter leicht realisieren lässt, sind bei den Projekten mit dem höchsten Einsparungspotenzial, dazu gehören die Zusammenlegungen der Bauhöfe verschiedener Kommunen und Kooperationen beim Gebäudemanagement, relativ lange Zeiten bis zur Realisierung zu erwarten”, betonte Professor Deckert.

Wenn die Einzelprojekte, beispielsweise „Kooperation der Bauhöfe” definiert seien, ginge es an eine Planung des Projektsablaufs, an dessen erster Stelle eine Machbarkeitsstudie stünde. Aus dieser soll hervorgehen, ob und in welchen Kommunen eine Zusammenarbeit an einer bestimmten Stelle sinnvoll ist.

„Natürlich hat es wenig Sinn, nur einen Bauhof für den gesamten Nordkreis zu planen. Dann würden die Fahrtkosten das Einsparungspotenzial auffressen. Stattdessen sollen in der Studie optimale Lösungen zur Kooperation aufgezeigt werden”, erklärte Deckert und warnte: „Eine Machbarkeitsstudie ist wie Obst - durch liegenlassen wird sie nicht besser. Die Studie steht an erster Stelle, nur mit ihrer Hilfe kann man abschätzen, ob eine Zusammenarbeit etwas bringt, oder nicht”.

Sobald die Studie vorliegt, steht die Entscheidung über eine Zusammenarbeit in den Räten an. Wird dem Projekt zugestimmt, kann die Ausgangssituation aufgenommen, eine Rechtsform bestimmt und eine Organisation und ein Abrechnungssystem entwickelt werden. Zum Schluss können aufgrund der Ergebnisse sinnvolle Zusammenlegungen beschlossen werden können.

„Über eines sollten sich die Kommunen allerdings im Klaren sein: Sie müssen loslassen können und neue Rahmenbedingungen akzeptieren, sonst ist eine Zusammenarbeit wenig sinnvoll”, sagte Deckert.
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